Stoffvorstellung: Flanell

Posted: August 6th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Bald werden die Tage wieder kürzer und die Nächte kälter. Glücklich ist, wer dann einen kuscheligen Schlafanzug aus Baumwollflanell und Biberbettwäsche zur Hand hat, um es sich so richtig gemütlich zu machen. Worauf bei der Verarbeitung und Pflege von Flanell zu achten ist, erläutern die Stoffexperten von stoffe.de:

Flanell

Das Material:
Als Flanell wird leinwandbindige oder köpergewebte Ware aus Baumwolle oder Wolle bezeichnet. Er ist entweder einseitig oder beidseitig aufgerauht und daher dicker und weicher als normal gewebter Stoff bei leichterem Gewicht. Bettwäsche aus aufgerauhter Baumwolle wird Biber genannt. Der Name entstand im 18. Jahrhundert als in Deutschland tatsächlich Biberfelle für warme Bettwäsche verwendet wurde.
Baumwollflanell wird gerne als wärmende Bettwäsche und Schlafanzüge verarbeitet, aber auch für dickere Baumwollhemden benutzt. Flanellanzugstoffe aus Wolle können zusätzlich noch leicht angewalkt sein.

Verarbeitungshinweis:
Flanell gilt als normal starker Stoff und ist daher gut mit einer normalen Nadelstärke (etwa 70 bis 80) und Fadenspannung und einer Stichlänge von 2 bis 3 mm zu verarbeiten. Ein klassicher Versäuberungsstich, z.B. mit Zickzack reicht für beide Stoffqualitäten (Baumwolle und Wolle) aus, da sie nicht leicht ausfransen.

Pflegetipps:
Wie für alle Baumwollstoffe empfiehlt es sich, den Stoff vor der Verarbeitung bei der empfohlenen Temperatur zu waschen, da der Stoff einschrumpft. Farbige oder bedruckte Baumwollflanelle sollten mit einem Feinwaschmittel im Feinwäscheprogramm bei geringeren Schleudertouren (ca. 800 U/min.) gewaschen werden. Bettwäsche kann man vor der Wäsche auf Links drehen, um eine Knötchenbildung zu verhindern. Aus dem gleichen Grund sollten keine Jeans im gleichen Waschgang in die Maschine gesteckt werden.

Flanelle aus 100% Wolle sind nicht in der Maschine waschbar. Leichte Flecken können nach dem Trocknen ausgebürstet werden. Leichte Gerüche verschwinden nach dem Lüften über Nacht im Freien. Für alle hartnäckigeren Flecken und Gerüche empfiehlt sich die Pflegereinigung.

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Stoffvorstellung: Taft

Posted: August 4th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , , , , | No Comments »

Ganz gleich ob aus Seide oder Polyester: Der Taft verleiht sowohl dem Abendkleid als auch den Vorhängen ein edles Antlitz. Welche Taftarten es gibt und worauf bei der Verarbeitung und Pflege zu achten ist, erklären die Stoffexperten von stoffe.de:

Taft

Die ursprüngliche Bezeichnung ist auf eine Webart zurückzuführen, bei der die dünnen Kettfäden eng zusammenstehen und ein etwas dickerer Schussfaden eingelegt wird. Es entsteht eine Ripsstruktur, die dem Stoff auch seinen typischen Stand verlieh. Heutzutage wird der Taft zumeist in Leinwandbindung gewebt und erhält sein Aussehen und die Festigkeit durch Material und Ausrüstung. In der eleganten Abend- und Ballmode aber auch im Dekorationsbereich hat der Taft seine häufigsten Anwendungsgebiete.

Das Material:
Taft als Oberstoff kann sowohl aus Seide (Seidentaft) als auch aus Chemiefasern (z. B.Nylon, Polyester, Viskose) und ihren Mischungen bestehen. Es gibt neben einfarbigen auch farbig bedruckte und bestickte Tafte. Darüber hinaus sind Tafte mit veränderter Oberflächenstruktur üblich, so z. B. mit Moiré-Effekt oder als Crash, damit bezeichnet man geknüllten oder faltigen Strukturtaft. Ein eingewebtes Jacquardmuster ist seltener.

Verarbeitungshinweis:
Taft gehört wie Seide zu den etwas “schwierigeren” Stoffen, der sich aber durchaus mit den folgenen Tipps meistern lässt:
Bitte immer eine neue, hochwertige dünne Nadel mit Spitze nehmen (Stärke 60 bis 70), sonst ziehen sich Fäden und das sieht man!
Die Stichlänge kann normal (2 bis 3,5) eingestellt werden. Wer sicher gehen will, sollte an einem Teststück die richtigen Einstellungen für seine Maschine ausprobieren.
Eine Naht sollte immer ganz vorsichtig wieder aufgetrennt werden, da die Nadellöcher sonst zu stark hervortreten.
Stark gefälteten Crushtaft einfach mit einem Geradstich innen neben der Nahtlinie abnähen, damit die Falten sich nicht verdrehen können.

Pflegetipps:
Taft sollte entsprechend seiner Zusammensetzung behandelt werden.

Chemische Fasern wie Polyester etc. vertragen durchaus eine Maschinenwäsche bei 30°C mit Schleuderzahlen bis 800 Umdrehungen. Wenn der Stoff bestickt oder sehr fein ist, dann kann man das Stück in einem entsprechend großen Wäschesack in die Maschine geben.
Seidentaft sollten Sie entweder in die Reinigung geben oder ganz vorsichtig per Hand waschen (s. Stoffvorstellung: Seide).

Beim BĂĽgeln immer von links mit geringer Temperatur (1 Punkt) arbeiten und dabei leicht ansprĂĽhen - eher einnebeln als spritzen - weil es sonst Wasserflecken geben kann. Gecrushte Teile soll man gar nicht bĂĽgeln.

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Stoffvorstellung: TĂĽll

Posted: Juli 30th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Ob im Haar oder am Handgelenk, in den 80er Jahren machte er das Styling vieler Mädchen einfach perfekt: Der Tüll. In welchen Bereichen er darüber hinaus Anwendung findet und was bei seiner Verarbeitung zu beachten ist, erläutern die Stoffexperten von stoffe.de:

TĂĽll

Das Material:
Tüll wird in unterschiedlichen Materialien – hauptsächlich Baumwolle, Seide, Polyamid und Polyester – hergestellt. Während sehr weicher bis etwas steif fallender Tüll überwiegend bei der Herstellung von Bekleidung eingesetzt wird, wird fester, harter Tüll überwiegend im Dekobereich und auch bei der Produktion von Faschingskostümen verwendet. Das Material ist grundsätzlich etwas dehnbar, es existieren aber auch Mischungen mit Elasthan, um die Elastizität zu erhöhen.

Für die Namengebung des Stoffes stand die französische Region Tulle Pate, in der er im 19. Jahrhundert hergestellt wurde. Ursprünglich wurde Tüll auf Webstühlen gewebt, indem zwei Kettfäden immer nach dem Einlegen eines Schussfadens verdreht wurden. Im Gegensatz zu einer normalen Leinwandbindung liegen hier die Schussfäden nicht dicht beieinander, so dass ein wabenähnliches Durchbruchmuster entsteht.

Im Laufe der Zeit lösten Maschinen die Webstühle ab und das aus der Handklöppeltechnik abgeleitete Bobinet-Verfahren setzte sich zur Herstellung von Tüll durch. Dabei werden um die senkrecht verlaufenden Kettfäden zwei bis vier unterschiedliche Schussfadensysteme auf kleinen Spulen schräg verlaufend herumgeführt. Mit Hilfe einer zusätzlichen Einrichtung können neben den einfachen Wabenstrukturen auch komplizierte Muster hergestellt werden. Heutzutage wird der Tüll überwiegend auf so genannten Raschelmaschinen mit Hilfe von hakenförmigen Nadeln hergestellt, die als Grundform Maschen bilden.

Tüll wird heute insbesondere für die Herstellung von Spitzen und Bändern, Bekleidung, Gardinen, Perücken und für feine Netze wie zum Beispiel für Lautsprecher und Dekorationstextilien verwendet.

Verarbeitungshinweise:
Tüll braucht normalerweise nicht versäubert zu werden, da er nicht ausfranst. Die Nahtzugaben sollten trotzdem mit einem Overlockstich oder auch Zickzackstich versäubert werden. Als hübschen Randabschluss wird gerne einfarbiges oder gemustertes Schrägband aus feinem Chiffon, Satin oder auch Baumwolle verwendet. Je feiner der gewählte Tüll ist, desto feiner sollte auch die Nadel sein, mit der genäht wird (Stärke 60 bis 90). Um die feinen Fäden nicht zu verletzen, ist bei der Arbeit mit ganz feinem, weichem Softtüll eine Nadel mit abgerundeter Spitze von Vorteil. Auch die Stichlänge muss an die Feinheit des Stoffes angepasst sein (1,5 bis 3 mm).

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Stoffvorstellung: Sweatshirt

Posted: Juli 28th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , , | No Comments »

Endlich Feierabend: Also raus aus dem Bürooutfit und rein in die Wohlfühlklamotten. Besonders bequem wird es in einer Kombination aus weichem Sweatshirt-Stoff: Der fühlt sich nicht nur angenehm auf der Haut an, sondern macht auch alle Bewegungen mit – und das ohne zu drücken.
Wie sich Sweatshirt-Stoffe am besten verarbeiten lassen und was man tun kann, damit sie auch lange nach dem ersten Tragen noch wie neu aussehen, wissen die Stoffexperten von stoffe.de:

Sweatshirtstoff

Das Material:
Der Hauptbestandteil von klassischem Sweatshirt ist Baumwolle. Um eine bessere Formstabilität zu erreichen, werden heutzutage oft geringe Anteile Kunstfasern beigemischt. Der Stoff wird maschinell gestrickt oder gewirkt und zählt damit – wie auch Jersey – zu den Maschenwaren. Im Gegensatz zu den dünnen Jerseys ist er allerdingsoft nicht so stark dehnbar.

Um eine bessere Wärmespeicherung zu erhalten, wird bei schwereren Wintersweatshirts jeweils die linke Stoffseite aufgerauht. Hierdurch entsteht ein zusätzliches Volumen, das mehr Luft halten und so vom Körper zusätzlich erwärmt werden kann.

Verarbeitungshinweise:
Um die Maschen nicht zu verletzen darf Sweatshirtstoff – wie auch sonst alle Maschenwaren – nur mit einer speziellen abgerundeten Nadelspitze genäht werden.
Die Nadelstärke sollte an die Dicke des zu nähenden Stoffes angepasst werden (normalerweise 75 bis 80).
Aufgrund der Elastizität des Stoffes empfiehlt es sich, nur dehnfähige Spezialstiche zu verwenden, die sich ganz leicht in der Gebrauchsanweisung der jeweiligen Nähmaschine finden lassen. Bei einer normalen Haushaltsmaschine kann entweder im Zickzackstich oder mit der Zwillingsnadel im Geradstich genäht werden. Der Nadelabstand der Zwillingsnadel kann im normalen Bereich liegen.
Wird mit einer Overlockmaschine gearbeitet, die in einem Schritt die Kanten abschneidet und versäubert, brauchen Sie die Schnittkanten von Maschenware nicht extra versäubern.

Pflegetipp:
Um ein Ausleihern von Sweatshirtstoff mit Elasthananteil zu vermeiden, sollte dieser auf keinen Fall mit WeichspĂĽler gewaschen werden. Auch eine Drehzahl bis maximal 1000 beim Schleudern kann helfen, dem Ausleihern entgegenzuwirken.
Wer ganz sicher gehen möchte, dass sich seine Kleidung beim Trocknen nicht aushängt, legt sie auf einem Handtuch auf den Wäscheständer.

Vor dem ersten Tragen sollten Sweatshirts und Jerseys unbedingt einmal kurz gewaschen werden, um mögliche Appreturen, Farbüberschüsse und Verschmutzungen aus der Fertigung und dem Versand zu beseitigen. Sollte auch nach mehrmaligem Waschen die Farbe ausbluten, hilft evt. ein Bad in Essigwasser (3 Teile Wasser, 1 Teil Haushaltsessig). Bei Qualitätsware sollte man hiermit allerdings keine Probleme haben.

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Stoffvorstellung: Frottee

Posted: Juli 23rd, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Er ist einfach gemütlich, fühlt sich weich auf der Haut an und lässt auch Babyherzen höher schlagen: Der Frottee- oder Frottierstoff. Wie er am besten lange weich bleibt und was man tun kann, wenn er bei der Verarbeitung Probleme bereitet, verraten die Stoffexperten von stoffe.de:

Frottee

Das Material:
Frotteestoffe werden mit einem Schlingengarn im Schuss und normaler Kette gewebt. Zudem gibt es Frottierstoffe, bei denen die Schlingen beim Webprozess gebildet werden. Diese im Gegensatz zum Frotteestoff aufwändigere Herstellung macht sich durchaus im Preis bemerkbar: Frottiertücher sind demnach teurer. Beide Arten werden vor allem für Handtücher und Bademäntel verwendet und in Bereichen, in denen eine hohe Saugkraft erfordert wird. Sowohl Frottee- als auch Frottierstoffe bestehen hauptsächlich aus Baumwolle, können aber auch anteilig Mischungen aus Polyamid oder anderen Mikrofasern enthalten. Insbesondere die Trocknungszeit kann dadurch positiv beeinflusst werden.

Pflegetipp:
Hier ein Tipp für Personen mit hartem Waschwasser: Frotteestoffe binden mit der Zeit Kalk und werden dadurch hart und kratzig. Wenn sie einige Stunden – zum Beispiel über Nacht – in einer Mischung aus drei Teilen warmen Wasser und einem Teil Haushaltsessig schwimmen dürfen, wird der Kalk gelöst. Anschließend ganz normal durchwaschen.

Verarbeitungshinweis:
Abhängig von der Feinheit des Stoffes empfiehlt sich eine mittlere bis gröbere Nadelstärke (75 bis 90). Sollten die Schlingen vom Stoff beim Zusammennähen Schwierigkeiten machen und an der Nadel oder am Fuß hängen bleiben, hilft dünnes Seidenpapier oder auch Butterbrotpapier. Dies wird einfach mit Stecknadeln auf dem Stoff befestigt und mit einer Stichlänge von 2 bis 3 darübernähen. Wenn die Naht fertig ist, kann das Papier einfach abgerissen werden. Wollen sich kleine Fetzen des Papiers nicht gleich entfernen lassen, verschwinden sie spätestens bei der nächsten Wäsche.

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Stoffvorstellung: Chiffon

Posted: Juli 16th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Er ist ein Hauch von Nichts, der jeder Frau einen eleganten Auftritt garantiert – egal ob im Büro, am Strand oder in der Oper: Der Chiffon. In welchen Bereichen sich der zarte Stoff besonders gut eignet und was man bei seiner Verarbeitung beachten sollte, erfahren Sie von den Stoffexperten von stoffe.de:

Chiffon

Das Material:
Chiffon wird gerne sowohl in der legeren als auch in der feineren Freizeit- und Sommerbekleidung sowie in der Fest- und Abendmode (z. B. Kleider, Oberteile und Schals) verwendet. Aber auch bei tänzerischen Darbietungen und bei der Herstellung von zarter Nachtwäsche kommt er vorzugsweise zum Einsatz. Es gibt unifarbene und bedruckte Chiffonstoffe, seltener mit eingewebten Mustern. Der Stoff zeichnet sich durch seine Leichtigkeit aus, ist durchsichtig und wird aus Naturseide oder Chemiefasern hergestellt. Durch das Verweben von Kreppgarnen, die stark in wechselnder Drehungsrichtung gedreht sind, fĂĽhlt sich der Stoff oft “sandig” an.

Pflegetipp:
Chiffon aus Seide kann sowohl in die chemische Reinigung gegeben, aber auch selber mit der Hand gewaschen werden.
Chiffon aus chemisch hergestellten Endlosfasern ist je nach Material pflegeleichter und verträgt auch eine Maschinenwäsche bei 30°C der Pflegestufe bei geringen Schleuderumdrehungen.

Verarbeitungshinweis:
Leichte Chiffonstoffe werden mit einer feinen Nadel Stärke 60 bis 70 vernäht.
Wichtig ist hierbei, dass die Nadelspitze keine Fäden zieht: Daher bei Neubeginn eines Projektes immer eine neue Nadel einsetzen. Die Stichlänge sollte gering sein (1,5 bis 2 mm) und die Fadenspannung gelockert werden (z.B. 2 bis 3). Die Nähte sind somit belastbarer.
Kräftigere Chiffonstoffe können mit Nadelstärke 75 und normal eingestellter Fadenspannung vernäht werden.

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Stoffvorstellung: Fahnentuch

Posted: Juli 14th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , , | 4 Comments »

Es ist das Allround-Talent unter den Baumwollstoffen: das Fahnentuch. Ob für das Beziehen von Möbeln oder für das Nähen von Vorhängen, Bettwäsche oder Bekleidung, das Fahnentuch lässt seine Fans nicht im Stich. Wo der Baumwollstoff unter den Baumwollstoffen eigentlich herkommt und wie man ihn richtig pflegt, erläutern die Stoffexperten von stoffe.de:

Fahnentuch

Das Material:
Das leinwandbindige Gewebe besteht aus Baumwolle in wasch- und lichtechter Colorierung.
Insbesondere in subtropischen Regionen wird Baumwolle bereits seit Jahrtausenden genutzt. Die ältesten gefundenen Textilien stammen aus Mexiko und und weisen ein Alter von geschätzten 7000 Jahren auf. Mit dem Aufleben des Fernhandels zu Beginn der Neuzeit – nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents durch Kolumbus – ersetzte die kostengünstiger herzustellende Baumwolle Leinen und Hanf. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekam sie ernsthafte Konkurrenz von chemisch hergestellten Kunstfasern.
Baumwolle wird aus den anhängenden Haaren der Baumwollpflanzensamen gewonnen. Weltweit werden vier verschiedene Arten industriell genutzt, die sich vor allem in der Länge der Baumwollhaare unterscheiden.
Obgleich reine Baumwolle mehr als die Hälfte seines Eigengewichtes zusätzlich an Feuchtigkeit aufnehmen kann, trocknet es sehr gut. Baumwollstoffe sind im nassen Zustand reißfester als im trockenen.

Pflegetipp:
Natur- und hellfarbiges Fahnentuch kann meistens problemlos bis 95°C in der Maschine gewaschen werden. Dunkle Farben sollten bei maximal 40°C gewaschen werden, da sonst die Farben dauerhaft verblassen könnten. Sollen die Farben zusätzlich geschont werden, kann ein farbschonendes Waschmittel verwendet werden. Langwährende Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sich andernfalls die aufgedruckten Farben verändern oder verblassen könnten.

Verarbeitungshinweis:
Fahnentuch ist sehr unempfindlich und kann insbesondere auch von Anfängern vernäht werden. Auch mehrmaliges sachgemäßes Auftrennen von Nähten vertragen diese Stoffe oft problemlos – auch ohne dass die Stiche im Nachhinein zu sehen sind. Für die Verarbeitung von Fahnentuch empfiehlt sich eine Nadelstärke von 70 bis 80 und ein normalstarker Faden, wie beispielsweise Gütermann Allesnäher oder auch die Overlockgarne auf den großen Spulen.

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Stoffvorstellung: Leinen

Posted: Juli 9th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Es ist bereits seit mehreren tausend Jahren voll im Trend: Das Leinen. Was dieser Stoff so alles kann, verraten Ihnen die Stoffexperten von stoffe.de:

Leinen

Das Material:
Neben Wolle ist Leinen der am längsten genutzte Stoff: Bereits vor über 6000 Jahren haben Menschen ihn hergestellt. Der Stoff wird heute gern in Sommerbekleidung verwendet, aber auch als (bedruckter) Dekorationsstoff oder in Taschen, Schuhen und bei der Bücherherstellung.

Leinen ist von Natur aus bakterienabtötend, fast antistatisch und schmutzabweisend.
Leinen kann bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Der Stoff ist zwar leicht knitteranfällig, aber besitzt natürlichen Glanz und Stärke. Ähnlich wie Seide besitzt Leinen gleichzeitig kühlende und wärmende Eigenschaften.

Pflegetipp:
Leinen wäscht man am besten bei bis zu 40° C in der Waschmaschine bei niedrigen Schleudertouren, da der Stoff sonst knittrig bleiben könnte. Am besten lässt sich Leinen in noch leicht feuchtem Zustand von links bügeln – dies auch bei hoher Temperatureinstellung. Alternativ ist es auch möglich, mit einem Dampfbügeleisen zu arbeiten oder den Stoff unter einem feuchten Handtuch zu bügeln, um zum Beispiel Bügelglanzstellen zu vermeiden.
Soll der Leinenstoff ein wenig weicher werden, kann er mit Hilfe des Trockners getrocknet werden - aber Vorsicht: Nur bei niedrigen Temperaturen trocknen.

Verarbeitungshinweis:
Leinen lässt sich prima und leicht nähen und eignet sich daher auch gut für Nähanfänger. Auch eine aufgetrennte Naht ist kein Desaster. Als Nadelstärke empfiehlt sich eine mittlere Stärke – zum Beispiel 75 bis 80 – und ein normales Nähgarn – zum Beispiel der Gütermann Allesnäher.
Leinen lässt sich heutzutage wesentlich leichter färben (zum Beispiel mit Küpenfarbstoffen) als früher. Damals konnte dauerhaft lediglich der Naturfarbstoff Indigo gut auf die Zellulosefaser aufgefärbt werden.

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Stoffvorstellung: Jersey

Posted: Juli 7th, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | No Comments »

Am Wochenende einfach mal im Bett bleiben und die Seele baumeln lassen: Was gibt es Schöneres? Neben noch warmen Brötchen und einer frisch aufgebrühten Tasse Kaffee darf aber eines nicht fehlen: das gemütliche Freizeit-Outfit aus bequemen Jerseystoff. Welche Lieblingsteile sich ideal mit Jerseystoff nähen lassen und was bei seiner Verarbeitung zu beachten ist, zeigen die Stoffe-Experten von stoffe.de:

Jersey

Das Material:
Feiner Jerseystoff wird hauptsächlich für Bekleidung wie zum Beispiel T-Shirts und Unterwäsche aber auch für Bettwäsche verwendet. Dickere Qualitäten finden ihre Verwendung zudem in Sweatshirts sowie Home- und Sportbekleidung.
Der Stoff ist geschmeidig, weich, außerdem atmungsaktiv, saugfähig und teilweise trocknergeeignet. Der Name stammt vermutlich von der größten und bekanntesten der Kanalinseln, der Insel Jersey, die zum britischen Kronbesitz gehört.
Jersey wird gestrickt bzw. gewirkt und ist daher elastisch. Einige der stoffe.de-Jerseystoffe bestehen aus einer Viskosemischung mit Elasthan, andere aus Baumwolle.
Da sie wärmender sind, eignen sich für den Herbst- und Winterpullover von Innen aufgerauhte Qualitäten.

Pflegetipp:
Baumwolljersey kann ohne Probleme in der Waschmaschine bis zu 40° C gewaschen werden. Farbschonende Waschmittel sind zu empfehlen.

Verarbeitungshinweis:
Jerseystoff gehört zur Stoffgruppe der Maschenwaren und darf daher nur mit einer speziellen abgerundeten Nadelspitze genäht werden, um die Maschen nicht zu verletzen. Die Nadelstärke (fein 70 bis robust 90) sollte an den Stoff angepasst sein.
Aufgrund der Elastizität des Stoffes sollten nur dehnfähige Spezialstiche verwendet werden. Bei einer normalen Haushaltsmaschine kann entweder im Zickzackstich oder mit der Zwillingsnadel im Geradstich genäht werden. Je feiner der Jerseystoff ist desto geringer sollte der Nadelabstand der Zwillingsnadel sein. Die Schnittkanten von Jersey brauchen nicht extra versäubert werden.

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Stoffvorstellung: Seide

Posted: Juli 2nd, 2009 | Author: stoffe.de | Filed under: Allgemeines | Tags: , , , | 1 Comment »

Mit einem Outfit aus Seide machen Sie garantiert immer eine gute Figur. Warum sich Seide in den heiĂźen Sommermonaten auf der Haut ganz besonders gut anfĂĽhlt und wie Sie sie am besten Pflegen sollten, verraten Ihnen heute die Stoffexperten von stoffe.de:

Seide

Einsatzgebiete:
Seide sieht einfach immer schick aus: So z.B. als legeres Sommerkleid, als schicke Businessbluse im BĂĽro, als edles Abendkleid oder als extravagantes Kissen auf dem heimischen Sofa.

Das Material:
Das Naturprodukt Seide bietet eine große Bandbreite an optischen Texturen: von hauchzartem Seidenchiffon über mehrfarbig gewebte Changeantseide bis Bouretteseide mit leinenartigem Charakter. Da Seide die Hautfeuchtigkeit aufnimmt und langsam durch Verdunstung wieder abgibt, wirkt sie je nach Jahreszeit sowohl kühlend als auch wärmend.

Pflegetipp:
Seide reagiert empfindlich auf zu starke Sonneneinstrahlung, die Farben verblassen und die Seide vergilbt. Daher ist direkte und starke Sonneneinwirkung bei Seide unbedingt zu vermeiden. Seide sollte auĂźerdem in gerolltem Zustand aufbewahrt werden, da sie andernfalls bei zu langem Liegen an den Faltstellen brĂĽchig werden kann.
Seide kann sowohl in die chemische Reinigung gegeben als auch selber mit der Hand gewaschen werden. Dabei sollte man sie ganz kurz in lauwarmen Wasser einweichen. Als Waschmittel ist ein spezielles Seidenshampoo oder eine milde Seife zu empfehlen. Mehrmaliges Ausspülen ist notwendig, damit alle Seifenrückstände ausgespült sind. In das letzte Spülwasser ein wenig Essigessenz geben, um die Farben aufzufrischen und wieder an die Faser zu binden.
Besonders dunkelfarbige Seide verträgt keine lange Einweichzeit: Die Farbe kann sich von der Faser lösen und die Seide verblasst.
Seide wird immer von der RĂĽckseite her mit niedriger Temperatur gebĂĽgelt. Dabei sollte sie noch leicht feucht aber nicht nass sein.

Verarbeitungshinweise:
Leichte Seidenstoffe werden mit einer feinen Nadel Stärke 60 bis 70 vernäht.
Wichtig ist hierbei, dass die Nadelspitze keine Fäden zieht, daher bei Neubeginn eines Projektes immer eine neue Nadel einsetzen.
Die Stichlänge sollte gering sein (1,5 bis 2 mm) und die Fadenspannung gelockert werden (z.B. 2 bis 3). Die Nähte sind somit belastbarer.

» Seide bei stoffe.de