Die 10 schlimmsten Nähpannen: Nahtzugabe vergessen – Tipps und Tricks zum Vermeiden

Schnittmuster sind eine tolle Basis für jedes Nähprojekt. Manchmal enthalten sie Nahtzugabe, manchmal nicht. Was passiert, wenn du die Nahtzugabe vergisst? Kleidung ist zu klein und Taschen haben ein anderes Format, Decken sind zu kurz oder das Spielzeug ist viel kleiner als gewünscht.

Die schlimmste Nähpanne, unser Nähpanne #01, ist also folgende:
Du hast beim Zuschneiden die Nahtzugabe vergessen. Die 10 schlimmsten Nähpannen: Nahtzugabe vergessen - Tipps und Tricks zum Vermeiden Es ist wirklich erstaunlich, dass unter diesen zehn Nähpannen auf jeden Fall neun sind, die mir persönlich schon passiert sind. Und die Nummer 1 ist mir gerade vor kurzem wieder untergekommen:

„ Ich hatte mir vor einiger Zeit ein Schnittmuster für eine ausgestellte Hose selbst erstellt und den Schnitt von einem Burda Schnitt abgewandelt. Nun nähte ich die Hose zum dritten Mal und war sicher, dass die Nahtzugabe in dem Schnitt schon inklusive sei. Das stellte sich beim ersten Anprobieren jedoch als falsche Annahme heraus… Das Hosenbein saß hauteng und ich konnte mein Bein nicht mehr bewegen. Zum Glück konnte ich die Nähte noch etwas auslassen und nun statt mit 1,5 cm Nahtzugabe mit 0,5 nähen. So gewann ich genug Zentimeter, um die Hose doch noch tragen zu können.“

Damit mir in Zukunft solch ein Fehler nicht mehr passiert, habe ich mir einige Gedanken gemacht, wie ich diese weit verbreitete Nähpanne umgehen kann.

Hier sind meine Top 3 Tipps:

Tipp 1: Anleitung vollständig studieren

So wie mir, geht es dir vielleicht auch, wenn du einen Schnitt nach langer Zeit mal wieder zuschneiden willst, oder aber auch aus einer dir neuen Nähzeitschrift oder einem Buch ein Schnittmuster zum ersten Mal ausprobierst.

Zu jedem Schnitt gehört auch eine Angabe, ob Nahtzugabe enthalten ist, denn das ist für das Zuschneiden in der Größe enorm wichtig.

In den Nähzeitschriften gibt es immer eine Übersichtseite mit Tipps zum Schnitt kopieren, dort findest du auch eine Angabe zu der Nahtzugabe. Und in Büchern findest du die Angabe meist in den ersten Kapiteln.

Tipp: Auf Englisch heißt Nahtzugabe „seam allowance“. Steht also im Schnittmuster „seam allowance included“ ist Nahtzugabe enthalten.

Hast du Schnittmuster liegen, die du vor langer Zeit mal kopiert oder genäht hast, ist es für die Zukunft ein guter Tipp dir bei jedem Schnittmuster einen Notizzettel dazuzulegen, ob die Nahtzugabe enthalten ist, oder nicht.

Tipp 2: Nahtzugabe mit kopieren

Bei englischsprachigen Schnittmuster ist es eher gang und gäbe, dass die Nahtzugabe im Schnittmuster schon direkt eingezeichnet und inklusive ist. Das kannst du auch gut für die Schnittmuster von deutschsprachigen Schnittmustern übernehmen und schon beim Schnittmuster kopieren an den Rändern eine Nahtzugabe in der gewünschten Breite einzeichnen. Dafür einfach mit einem Geodreieck oder Patchwork Lineal parallel zur Nahtlinie eine Linie zeichnen.

Tipp 3: Hilfsmittel zum Einzeichnen der Nahtzugabe

Hast du nun einen Schnitt, wo die Nahtzugabe nicht enthalten ist und du den Schnitt auch nicht mehr auf dem Schnittmusterpapier ändern kannst, gibt es einige Helfer, die dir beim Zugeben der Nahtzugabe direkt auf dem Stoff helfen können.

Variante: Zwei Bleistifte mit Gummiband
Dies ist die erste Low Budget Variante. Nimm dir zwei Stifte mit Kreidemine und umwickle sie nebeneinandergelegt mit Klebeband. So haben die beiden Spitzen der Stifte einen Abstand von 1 cm und du kannst sie als Markierungshilfe für die Nahtzugabe verwenden. Möchtest du einen größeren Abstand haben, kannst du zwischen die Stifte noch ein Radiergummi oder ähnliches mitfassen und mit fixieren.

Variante: Snap Pap mit eingezeichneter Nahtzugabe
Damit du nicht jedes Mal neu messen musst, kannst du dir auch einen Streifen aus Snap Pap zuschneiden und diesen genau in der gewünschten Nahtzugaben Breite anfertigen. Du kannst entweder einen langen schmalen (Nahtzugabe breiten) Streifen herstellen, oder einen schmalen Streifen mit Markierungen in der Länge für normalen und Saumzugabe versehen.

Variante: Kopierrädchen mit zwei Rädchen
Nähst du viel, dann kannst du dir auch ein Hilfsmittel aus dem Sortiment von Prym gönnen. Das Kopierrädchen mit zwei Kopierrädern vereinfacht das gleichzeitige Kopieren von Nahtlinie und Nahtzugaben Linie.

Für absolute Nähanfänger hier noch eine kurze Info zur Frage: Wofür ist eigentlich die Nahtzugabe?

Nahtzugabe ist ein Rand, der um das Schnittteil zugegeben wird. Dieser Rand beträgt meist zwischen 1 und 1,5 cm. Ein Rand ist notwendig, damit die Nähmaschinennaht nicht auf der Außenkante des Schnittteils sitzt. Dann würde die Naht nicht halten und Teile, die mit einem anderen Teil zusammengenäht werden, würden im Nu wieder auseinanderreißen.
Zudem dient der Rand dazu eine Kante für die Versäuberung des Stoffes zu haben. Mit dem Versäubern umgeht man ein Auflösen und Aufribbeln des Stoffes und hat an den genähten Werken länger Freude.
Nähst du mit einer Overlock brauchst du die Nahtzugabe auch, denn die Overlock soll ja den überstehenden Rand ordentlich abschneiden und gleichzeitig versäubern.

Mit dieser Nähpanne schließe ich unsere stoffe.de Nähpannen-Serie. Ich hoffe, dass viele Anfänger unter euch in den Beiträgen eine Vielzahl guter Tipps bekommen haben und die ersten Nähwerke ohne die „dummen“ Anfängerfehler hinbekommen.

Wie du aber ja auch gemerkt hast, passieren auch mir als erfahrene Näherin, einige Missgeschicke immer wieder, auch wenn ich eigentlich weiß, wie es richtig geht.

Darum, nicht verzagen, wenn etwas misslingt – Nähmaschine aus, eine Nacht drüber schlafen und mit frischer Kraft ans neue Werk!

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Einzelteile falsch vernäht – Tipps und Tricks zum Vermeiden

Eine Nähpanne, die passiert, wenn du beim Nähen unkonzentriert bist, kann für ordentliche Lacher sorgen.

Denn die Nähpanne # 02 ist folgendes Problem:
Du hast die Einzelteile deines Schnittmusters falsch vernäht!

Wenn also die Hose plötzlich eher wie ein schmaler Rock aussieht, oder der Ärmel aus dem Halsausschnitt guckt, dann hast du etwas falsch gemacht.
Die 10 schlimmsten Nähpannen: Einzelteile falsch vernäht - Tipps und Tricks zum Vermeiden Manche Schnitteile eines Kleidungsstücks sehen sich auch so ähnlich, dass es erst später beim Anziehen auffällt, wenn du sie falsch vernäht hast. Ein solches Missgeschick ist einer Kollegin mal während ihres Studiums passiert:

„ Für eine Prüfung nähte ich einen Mantel mit einem Ärmel, der aus zwei Schnitteilen bestand. Die Naht des Ärmels war so geformt, dass sie auf der Rückseite des Arms zu sehen sein sollte. Ich nähte den Ärmel jedoch nicht anweisungsgereicht ein, sondern verschob die Naht. So war der Ärmel plötzlich auf der Vorderseite geteilt und zeigte auf der Schneiderpuppe nicht nach vor, sondern der Ärmel bog sich zur Seite…“

Solche kleinen Missgeschicke können immer wieder passieren und wenn es passiert ist, hilft meist nur ein Auftrennen der Naht. Jedoch kannst du mit drei kleinen Tipps vielleicht das Missgeschick vermeiden.

Tipp 1: Schnittmustermarkierungen immer übertragen

Egal, ob Tasche oder Kleidungsstücke, die Designer der Schnittmuster liefern auf den Schnitten oder ihren Anleitungen immer einige Hilfestellungen für das Nähen. Das können zum Beispiel Knipse sein oder eine Anmerkungen wie „vordere Mitte“. Knipse sind kleine Einschnitte in die Nahtzugabe. Sie markieren z.B. wo der Ärmel in das Vorderteil eingesetzt werden soll. Bei Burda Schnittmustern ist immer ein Knips am vorderen Ärmelausschnitt. Viele Kaufschnittmustern haben am vorderen Ärmelausschnitt zwei Knipse und am hinteren Ärmelausschnitt einen Knips. Am Schnittteil für den Ärmel findest du dann diese Markierungen wieder.

Solche kleinen Hilfen solltest du unbedingt immer mit kopieren, wenn du ein Schnittmuster auf Schnittmusterpapier und dann später auf deinen Stoff überträgst.

Auch bei Taschen findest du oft Markierungen, wo die verschiedenen Teile oder Henkel angesetzt sein müssen, damit die Tasche später die gewünschte Form hat.

Tipp 2: Vor dem Nähen das Nähprojekt visualisieren

Als erfahrene und langjährige Hobbyschneiderin hast du wahrscheinlich von Natur aus ein ganz gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Fängst du gerade erst mit dem Nähen an, musst du dich vielleicht erst daran gewöhnen, in 3D-Formen zu denken. Dabei hilft es ungemein, wenn du dir vor dem Nähen vorstellst, wie die Schnittteile später zusammengenäht aussehen und welche Form das fertige Projekt haben soll.

Denn dann vermeidest du es beim Nähen einer Hose zur vergessen, dass du ja zwei Hosenbeine brauchst, oder dass der Ärmel nicht an den Halsausschnitt gehören. Übrigens bist du mit solchen Missgeschicken nicht allein, das Missgeschick passiert vielen bei ihrem ersten Bekleidungsprojekt!

Tipp 3: Erst heften dann nähen!

Willst du auf Nummer sicher gehen, dass bei deinem fertigen Projekt alles passt, dann hilft es oft die Nähte vor dem richtigen Nähen zu heften oder womöglich ein Modell aus günstigem Stoff Probe zu nähen.

Beim Heften nähst du mit einem dicken Faden und großen Stichen die Nähte zusammen und steppst sie erst nach einer Anprobe mit der Maschine zusammen. So kannst du an Stellen, wo du nicht ganz sicher bist, wie du am besten vorgehst, erst mal schauen, ob die Passform gut ist.

Probe nähen aus günstigem Stoff ist bei teuren Stoffen immer ratsam. Dann bist du im Schneidern des Schnittmusters schon erfahren und es geht dir beim finalen Stück leichter von der Hand. Du siehst also, es gibt einige Tipps, wie du in Zukunft vermeidest, die Einzelteile deines Nähprojekts falsch zu vernähen.

Hast du noch andere Tipps im Laufe deiner Nähkarriere gesammelt, die du mit uns teilen willst? Dann schreibe den Tipp gerne in einem Kommentar hier im Blog auf. Wir freuen uns über alle Tipps und Tricks rund ums Nähen!

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen – Tipps und Tricks zum Vermeiden

Eine Nähpanne, die dir vielleicht erst nach dem Beenden der letzten Naht deines neuen Nähprojekts auffällt, ist ein Missgeschick, was besonders Anfängern oft passiert. Dabei kannst du mit ein wenig Konzentration beim Nähen und aufmerksamem Lesen der Nähanleitung die Panne vermeiden.

Denn Nähpanne # 03 ist folgendes Problem:
Du hast beim Nähen die Wendeöffnung vergessen!

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen - Tipps und Tricks zum Vermeiden Die Wendeöffnung und das Wenden sind bei vielen Nähprojekten die letzten Schritte. Egal, ob du ein Kissen nähst, eine Tasche oder ein Kleid fütterst oder einen neuen Polsterbezug nähst. Die Wendeöffnung ist immer notwendig, wenn du etwas in deinem genähten Nähprojekt einschließen möchtest.

Also, zum Beispiel, ein Kissen mit Watte füllen, oder ein Polster in einen Polsterbezug einschieben. Wenn die Nahtzugabe nicht sichtbar sein soll, weil du zum Beispiel ein Kleid oder ein Täschchen fütterst, dann ist die Wendeöffnung unabdingbar. Denn beim Nähen siehst du ja die Nahtzugabe, beim fertigen Nähprojekt möchtest du sie aber nicht sehen.

Mit der Wendeöffnung habe ich bisher kaum Probleme gehabt, denn in den Nähanleitungen nach denen ich genäht habe, stand immer gut erklärt, wenn eine Öffnung notwendig war. Und beim Fotografieren unserer eigenen Nähanleitungen haben wir hier intern auch eine Lieblingsszene, die wir immer wieder mit unterschiedlichen Projekten fotografieren: das „Wendebild“.
Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen- Tipps und Tricks zum Vermeiden Wenden eines Loopschals, damit die Nahtzugaben der zusammengenähten Stoffe innen liegen

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen - Tipps und Tricks zum Vermeiden Eine Nikolaussocke wird gefüttert und damit werden die Nahtzugaben eingeschlossen Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen - Tipps und Tricks zum Vermeiden Ein Täschchen mit Reissverschluss wird gefüttert, dabei ist die Wendeöffnung an einer unauffälligen Stelle in der Futternaht

Für die Wendeöffnung habe ich einige Tipps auf Lager, denn schon beim Zuschnitt kannst du dir markieren, wo eine Wendeöffnung nötig ist.

Tipp 1: Nahtzugabe an Wendeöffnung breiter zuschneiden

Bevor du ein Nähprojekt beginnst, ist es wichtig, dass du dir überlegst, wo deine Wendeöffnung sitzen soll und wie groß sie sein muss. Bei dickeren Stoffen brauchst du meist eine größere Öffnung als bei Baumwollstoffen.

In unseren Nähanleitungen markieren wir die Wendeöffnung auch mit einer breiteren Nahtzugabe an der Stelle der Wendeöffnung. So hast du beim Zunähen von Hand ein wenig mehr Spielraum und weißt genau, wo du Entlangnähen musst. Zudem markierst du dir so die Stelle beim Zusammennähen und weißt, dass du dort eine Öffnung lassen musst.

Tipp 2: Verriegeln an Anfang und Ende nicht vergessen

Damit die Naht auch beim Enden nicht auf geht, ist es wichtig, dass du die Naht an beiden Seiten der Wendeöffnung gut verriegelst. So ist die Naht an der Stelle belastbar und reißt nicht auf. Verriegeln bedeutet ca. 1 cm vor und zurücknähen, damit die Naht fixiert wird.

Tipp 3: Wendeöffnung mit Blindstich schließen

Da du nach dem Fertigstellen deines Nähprojekts am liebsten nicht siehst, wo die Wendeöffnung war, empfiehlt sich der sogenannte Blind- oder Leiterstich zum Zusammennähen der Wendeöffnung. Die 10 schlimmsten Nähpannen: Wendeöffnung vergessen - Tipps und Tricks zum Vermeiden Beim Blindstich stichst du abwechselnd rechts und links der Öffnung ein, aber immer nur so, dass du wenige Millimeter des Stoffes erwischst. Anfang und Ende der Naht gut verknoten und fertig ist dein Nähprojekt!

Hast du die Wendeöffnung doch einmal vergessen, musst du nicht deine komplette Naht auftrennen. Meist reicht es an einer Stelle die später innen liegt, fünf bis 10 cm aufzutrennen, dein Projekt zu wenden und dann die Öffnung von Hand wieder zu schließen.

Ich hoffe, dass du mit unseren Tipps ein paar Anregungen hast, wie du auch als Nähanfänger die Nähpanne „Wendenöffnung vergessen“ vermeidest.

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Stoff nicht rechts auf rechts gelegt –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Das Missgeschick beim Auftrennen ist eine Nähpanne, die mit Vorsicht vermieden werden kann. Heute geht es wieder um eine Nähpanne, die oft beim Nähen, aber auch beim Zuschneiden passiert. Und manchmal fällt sie erst auf, wenn du das Projekt fertiggestellt hast.

Nähpanne # 04 ist nämlich folgendes Problem:
Du hast beim Nähen den Stoff nicht rechts auf rechts gelegt.

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Stoff nicht rechts auf rechts gelegt - Tipps und Tricks zum Vermeiden Und wenn du ein totaler Nähanfänger bist, dann wirst du dich jetzt erst mal fragen „ Was bedeutet denn eigentlich „rechts auf rechts“? Und warum sprechen alle davon?

Rechts und links bezeichnet beim Nähen nämlich nicht die Richtung in die du deine Nähmaschine steuern musst. Rechts und links bezieht sich auf die Warenseite des Stoffes, den du vernähen möchtest. Man könnte auch einfach Ober- und Unterseite sagen, doch die Textilsprache hat ein paar Fachbegriffe und zwei davon sind eben rechte und linke Warenseite.

Nähanfänger lernen im Nähkurs auch oft noch eine andere Bezeichnung für die rechte Seite. Oftmals wird sie nämlich auch als „schöne“ Seite bezeichnet. Denn die rechte Seite ist die Stoffseite, auf die der Druck aufgebracht wird bzw. auf der das Webmuster so aussieht, wie der Weber es gestalten möchte.

Softshell Punkte – blauClassic Dots 0,2 cm, 14Cotton Waldboden 2
Auf unseren Produktbildern zeigen wir dir immer als Zusatzbild sowohl die linke als auch die rechte Seite des Stoffes. So kannst du sehen, ob es einen Unterschied gibt. Und bei manchen Stoffen ist der Unterschied so gering, dass ich dir einen anderen Tipp gebe, damit du feststellen kannst, was bei deinem neuen Stoff nun rechts oder links ist.

Tipp: Jeder Webstuhl hat an den Außenkanten eine Vorrichtung zum Halten des fertig gewebten Stoffes. Dies ist das sogenannte Nadelbett. Durch das Halten des fertigen Stoffes entstehen an der Webkante kleine Löcher. Und an den Löchern kannst du erkennen, welche Seite – die rechte Seite – beim Weben auf der Webmaschine nach oben gezeigt hat. Denn die Löcher sind meist an einer Seite glatt und leicht erhaben auf der anderen Seite. Die erhabene Seite ist immer die linke Seite, denn die Löcher werden von rechts nach links gestochen.

Zudem kannst du beim Auspacken meist schon sehen, was die rechte und was die linke Seite deines Stoffes ist. Denn unsere Mitarbeiter im Zuschnitt kleben das Etikett immer auf die linke Seite des Stoffes, damit die Klebereste keinen Zentimeter deines neuen Lieblingsstoffes beschmutzen.

Beim Nähen hast du ja immer eine Nahtzugabe. Und damit du die Nahtzugabe nicht, wie auf unserer kleinen Illustration, später außen an deinem Kleidungsstück hast, musst du vor dem Zusammennähen deinen Stoff rechts auf rechts legen. So kannst du nähen, dein fertiges Stück wenden und hast dann die Nahtzugaben innenliegend.

Vergisst du beide Seiten mit der schönen Seite zueinander zu vernähen, hast du eventuell ein neues Täschchen, was auf der Vorderseite den schönen Druck und auf der Rückseite eine weiße leicht gemusterte Seite zeigt.

In Nähanleitungen findest du immer Angaben, welche Stoffstücke rechts auf rechts gelegt werden müssen. Daran kannst du dich orientieren.

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Stoff beim Auftrennen beschädigt –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Mit dem Vorwaschen hatten wir als letzte Nähpanne ein Missgeschick, das du vor dem Nähen vermeiden kannst. Heute geht es hingegen um eine Nähpanne, die oft beim Nähen passiert und manchmal sogar in der letzten Minute.

Nähpanne # 05 ist nämlich folgendes Problem: Du hast beim Auftrennen deinen Stoff beschädigt.

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Stoff beim Auftrennen beschädigt– stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden

Auftrennen ist beim Nähen oft nicht zu vermeiden. Manchmal bist du vielleicht nicht zufrieden mit dem Ergebnis und trennst deshalb eine Naht auf. Oder du stellst fest, dass du Teile zusammengenäht hast, die eigentlich nicht zusammengehören. Und manchmal nähst du auch bewusst eine Naht, um sie dann später im Nähprozess wieder aufzutrennen.

So ging es mir mit dem Projekt, welches ich auf der Annäherung 2014 genäht habe:

„ Ich nähte nach einem Burda-Schnittmuster einen Trenchcoat und die Anleitung sah vor, dass im Rückenteil erst eine Kellerfalte zugenäht und dann am Ende wieder aufgetrennt wird. Mein Trenchcoat war also so gut wie fertig, als ich die hintere Mitte stückweise wieder auftrennte – und an einer Stelle leider den Nahttrenner im Stoff verhakte. Ein etwas zu ruppiges Ziehen am Nahttrenner führte dazu, dass ich nicht nur die Naht auftrennte, sondern einen kleinen Schlitz in den Stoff schnitt…“

Damit mir das kein zweites Mal passiert, habe ich mich bei Kollegen informiert und Tipps gesammelt, die ich mit euch teilen möchte.

Tipp 1: Nahttrenner richtig verwenden

Sicherlich hast du dich schon mal gefragt, warum der Nahttrenner seine Form hat und wofür er dieses Kügelchen an einem Ende des U-förmigen Schneidehakens hat. Ganz einfach: Es ist dafür da, dass dein Stoff beim Trennen nicht beschädigt wird.

Combicut – Nahttrenner mit Pinzette 1Nahttrenner, groß 1 - kupferNahttrenner, klein

Denn richtig benutzt, schützt das Kügelchen am Nahttrenner den Stoff, der unter der Nahtlinie liegt. Dafür solltest du beim Trennen das zu trennende Stoffstück leicht spannen und dann mit dem Nahttrenner so an der Naht entlang fahren, dass das Kügelchen nach unten zeigt. Die scharfen Kanten des Schneidehakens trennen dann die Naht und der Stoff bleibt intakt. Die entstehenden Fädchen kannst du einfach wegzupfen und schon ist die falsch genähte Nahtlinie Geschichte.

Tipp 2: Unterschiedliche Auftrenntechniken für verschiedene Nähte

Es gibt keine speziellen Nahttrenner für unterschiedliche Arten von Nähten, doch es gibt unterschiedliche Auftrenntechniken für verschiedene Nähte. Die drei meist benutzten Techniken sind:

Steppnaht

Eine Steppnaht besteht aus zwei Fäden, dem Oberfaden und dem Unterfaden. Die Naht wird gebildet indem die beiden Fäden in regelmäßigen Abständen überkreuzt werden. Diese Kreuzung geschieht genau in der Mitte der zusammengesteppten Stoffstücke. So ist auf der einen Seite der Oberfaden und auf der anderen Seite der Unterfaden zu sehen.

Zum Auftrennen der Steppnaht kannst du bei gewebten Stoffen mit dem Nahttrenner ein kleines Stück der Naht auftrennen. Anschließend spannst du die zu trennenden Stoffstücke leicht und fährst dann mit dem Schneidhaken des Nahttrenners die Naht entlang. So kannst du eine lange Naht in Nullkommanix auftrennen.

Bei Nähten, die nicht so geradlinig sind, kannst du in regelmäßigen Abständen den Oberfaden trennen und sobald du den Faden entfernst, löst sich auch der Unterfaden.

Ähnlich gehst du vor, wenn du eine Jerseysteppnaht auftrennen musst. Jersey ist etwas widerspenstiger als ein gewebter Baumwollstoff. Hier solltest du vorsichtig vorgehen und immer wieder ein neues Stückchen der Naht trennen.

 Overlocknaht

Die Overlocknaht besteht aus drei bis vier Fäden, je nachdem, wie viele Fäden du in der Maschine verwendest. Sie lässt sich gut auftrennen, wenn man weiß, wie es geht. Beachte jedoch:  Deine Overlock versäubert die Naht und fixiert sie in einem Schritt. Beim Auftrennen der Overlocknaht gibt es zwei Methoden:

Methode Nr. 1: Trenn zunächst die gerade Naht auf, die parallel zur Kante verläuft (hast du mit vier Fäden versäubert, dann siehst du zwei gerade Nähte, die parallel verlaufen und musst beide trennen). Geh dabei Stück für Stück vor. Danach musst du nur noch den „richtigen“ Überwendlingsfaden greifen und die Naht lässt sich ganz einfach aufribbeln.

Methode Nr. 2: Schneide einen Millimeter an der Kante des geoverlockten Stoffstückes ab. Nun hast du noch zwei parallel zur Kante verlaufende Nähte. Davon schnappst du dir mit dem Nahttrenner einen Faden und hebst ihn an. Schon ribbelt sich die Naht im Verlauf an. Wiederhole dies mit dem zweiten Faden und es bleiben nur noch einige kurze Fadenreste, die du wegzupfen kannst.

Knopflochnaht

Okay, eigentlich geht es mir hier gar nicht, um die Knopflochnaht, sondern um das resultierende Knopfloch. Denn an der Stelle kann es auch mal passieren, dass die Naht beschädigt und das Knopfloch größer als beabsichtigt wird. Dabei gibt es einen einfachen Trick, wie du beim Auftrennen des Knopflochs sicher gehst, dass nur die Strecke, die geöffnet werden soll, aufgeschnitten wird.

Stecke dir am Anfang und Ende des Knopfloches zwei Stecknadeln quer zum Knopfloch in deine Knopfleiste. Nun kannst du mit dem Nahttrenner das Knopfloch öffnen und bleibst am Anfang und Ende mit dem Trenner hängen. So schneidest du keinesfalls zu weit in den Stoff.

Tipp 3: Ideen zum Retten des Nähprojekts

Nun, vielleicht kommen all diese Tipps aber leider zu spät und dir ist bei deinem letzten Nähprojekt schon ein Missgeschick passiert? Für die Nähpanne gibt es natürlich auch noch eine Lösung, nachdem du eine Naht nicht ganz fehlerfrei aufgetrennt hast.

Denn Löcher kannst du stopfen oder je nachdem an welcher Stelle das Loch entstanden ist, kannst du es mit einem Patch oder einer Applikation verdecken.

Ich habe auch schon einmal an einem T-Shirt versehentlich das Armloch mit dem Rückenteil zusammengenäht. Als ich die Naht dann trennte, hatte ich plötzlich einen Schlitz im Rückenteil des T-Shirts! Nachdem ich erst wegen meines Missgeschicks unglücklich war, kam mir dann eine Idee. Ich schnitt einfach einen symmetrischen Schlitz auf die andere Seite des Rückenteils und schon hatte ich ein neues T-Shirts mit extravaganter Rückenlösung!

Zehn Nähtipps für Anfänger

Zehn Nähtipps für Anfänger von den Experten bei stoffe.de Du hast dir gerade erst eine Nähmaschine gekauft oder die alte Nähmaschine vom Dachboden geholt und beschlossen, jetzt endlich mal mit dem Nähen anzufangen? Das ist toll und wir sind sicher, dass du beim Erlernen deines neuen Hobbies viel Freude haben wirst.

Wir haben zehn Tipps für dich zusammengestellt, die dir hoffentlich bei deinen ersten Nähversuchen helfen und dich für das Nähen begeistern!

1. Bevor du den Stoff verarbeitest, solltest du ihn auf jeden Fall einmal mit der Einstellung vorwaschen, mit der du später auch das fertige Kleidungsstück waschen wirst. Wenn deine Maschine ein Kurzwaschprogramm hat, dann reicht ein kurzer Waschgang auch aus. Das Vorwaschen verhindert ein späteres Einlaufen des Stoffes und sorgt dafür, dass Stoffe, die zu viel Farbe enthalten und beim ersten Waschgang „ausbluten“ könnten, die Farbe vor der Verarbeitung abgeben. Natürlich solltest du beim Vorwaschen deswegen darauf achten nur Stoffe mit ähnlichen Farben zusammen in die Maschine zu geben.

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2. Nach dem Waschen des Stoffes kommt das Zuschneiden. Es ist wichtig, dass du dabei den Fadenlauf des Stoffes beachtest. Auf den Schnittmusterteilen ist immer angegeben, in welche Richtung der Fadenlauf verlaufen soll und wie du dann das Schnittteil auf den Stoff legst. Da Stoffe meist in der Richtung des Fadenlaufes weniger dehnbar sind als in der Querrichtung, ist dies besonders bei Kleidung wichtig. Bei Taschen, Rucksäcken und Dekorationen kannst du auch schon mal den Fadenlauf ignorieren, wenn das Muster dann besser zur Geltung kommt.

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3. Eine gute Schere ist die erste Investition nach der Investition in eine Nähmaschine, die du unbedingt tätigen solltest. Je schärfer die Klinge der Schere ist, desto einfacher ist es auch schwierige Stoffe zuzuschneiden. Wenn die Schere den Stoff wie Butter zerschneidet, verschieben sich die Stofflagen nicht und der Zuschnitt mach sogar Spaß! Je exakter die Schnittteile zugeschnitten werden, desto einfacher ist es später die Teile passgenau aufeinander zu nähen.

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4. Wenn du die Schnittteile auf den Stoff legst, kannst du sie entweder mit Stecknadeln feststecken oder du benutzt Gewichte um das Papierschnittteil auf dem Stoff zu fixieren. Als Gewichte eignen sich zum Beispiel auch große schwere Muttern, die du im Baumarkt kaufen kannst. Zehn Nähtipps für Anfänger
Aber auch Tassen oder mit Sand gefüllte kleine Säckchen kannst du gut verwenden.

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5. Für dein erstes Nähprojekt empfiehlt sich ein Baumwollstoff aus unserem großen Sortiment an gemusterten Baumwollstoffen. Bei einem Stoff, der kein regelmäßiges Muster hat, muss auch nicht darauf geachtet werden, dass beim Zuschnitt alle Teile zueinander passen, daher solltest du deine ersten Versuche mit gemustertem Stoff machen. Auch die Nähte an Saum und Kanten gehen in dem Muster meist „unter“ und so ist es auch nicht schlimm, wenn die Nähte am Anfang nicht ganz exakt sind.

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6. Möchtest du dich erstmal mit deiner Nähmaschine vertraut machen, empfiehlt es sich auf Papier Übungen zu nähen. Du kannst dir verschiedene Linien auf das Papier zeichnen und dann probieren, genau von Anfang bis Ende der Linie zu nähen. Oder du zeichnest eine Strecke mit verschiedenen Ecken auf und nähst diese so exakt wie möglich nach. Hier findest du ein kostenloses Übungsblatt, das du gut dafür nutzen kannst! Eine einfache und günstige Möglichkeit mit der Geschwindigkeit und Position der Nadel vertraut zu werden! Allerdings solltest du die dafür benutzte Nadel später nicht für das Nähen von Stoff verwenden, da sie etwas abstumpft.

7. Als erstes Nähprojekt eignen sich Beutel oder Kissen, die mit geraden Nähten einfach zu nähen und mit wenig Aufwand zuzuschneiden sind. Hab am Anfang auch keine Angst vor Reissverschlüssen oder Taschen. Mit viel Geduld schaffst du diese Herausforderungen auch! Schnittmuster, die sich besonders für Nähanfänger eignen, haben wir in unserem Blogbeitrag „Zehn Schnittmuster für Anfänger“ zusammengestellt!

Zehn Nähtipps für Anfänger von den Experten bei stoffe.de
8. Auch wenn du deine ersten Nähversuche unternimmst und erstmal noch nicht sicher bist, ob du dir viel Nähgarn und andere Zutaten anschaffen musst – Nähgarn in der richtigen Farbe, passend zum Stoff macht das ganze Ergebnis gleich viel schöner und mehr Freude beim Verarbeiten. Für dunkle Stoffe kannst du auch mit schwarzem Garn auskommen und bei hellen Stoffen ist ein helles Grau oft nützlich. Für pinke, gelbe, rote oder grüne Farbtöne solltest du aber immer das richtige Nähgarn dazu bestellen.

9. Nimm dir Zeit zum Nähen! Versuche nicht, deine ersten Projekte unter Zeitdruck vor einem wichtigen Anlass oder als Geschenk zu nähen. Meist funktioniert etwas genau dann nicht, wenn es klappen muss. Daher plane immer etwas Puffer ein, wenn du etwas Spezielles nähen möchtest und akzeptiere auch, wenn die ersten Versuche nicht präsentabel sind. Mit jedem neuen Projekt werden deine Nähfertigkeiten besser und die Ergebnisse professioneller.

10. Genieße den Prozess! Hab Spaß am Zuschneiden, Bügeln und Nähen und genieße die Arbeit mit den Stoffen und das Gefühl, mit eigenen Händen etwas zu erschaffen. So lange du Freude an dem hast, was du herstellst, werden dir auch die Ergebnisse gefallen!

Mit so vielen Tipps kann jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Viel Spaß beim Nähen!

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