Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Stoff nicht vorgewaschen –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Unsere Nähpannenserie geht in eine neue Runde und heute kommen wir zu einem Fehler, der entsteht, wenn du vor dem Nähen etwas Wichtige vergisst - das Vorwaschen.
Diese Nähpanne passiert meistens, wenn du einen neuen Lieblingsstoff gefunden hast und so ungeduldig bist ihn zu Vernähen, dass du das Vorwaschen vergisst.

Nähpanne # 06 ist also folgendes Problem: Du hast deinen neuen Stoff nicht vorgewaschen.

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Stoff nicht vorgewaschen– stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden Das Vorwaschen ist für viele Stoffe wichtig. So vermeidest du Probleme, die nach dem Nähen und beim ersten Waschen deines fertigen Kleidungsstückes passieren. Obwohl ich schon lange nähe, habe ich mir das Vorwaschen erst in den letzten Jahren richtig antrainiert.
Heute geht der Stoff direkt nach dem Kauf in eine separate Wäsche und wird erst dann in den Stoffschrank gelegt. Warum? Naja, da war dieses Erlebnis mit einem Kleid, was mich überzeugt hat, dass Vorwaschen sehr sinnvoll ist.

„ Ich nähe gern Kleider und im Sommer sind besonders luftige Kleider aus Viskosestoff sehr angenehm. Also nahm ich mir vor drei Jahren meinen Lieblingsschnitt für ein lässig fallendes T-Shirtkleid und schnitt den Stoff zu – ohne ihn vorgewaschen zu haben. Nachdem das Kleid fertig war, zog ich es im Sommer einmal an und steckte es danach in die Waschmaschine. Nach dem Waschen war der Saum des Kleides 15 cm kürzer und das lässige Kleid nur noch eine Tunika, die kaum den Po bedeckte…“

Seitdem wasche ich wirklich jeden Stoff vor, denn natürlich habe ich in den letzten Jahren bei stoffe.de auch gelernt, wofür Vorwaschen noch nützlich ist. Zudem habe ich einige Tipps, wie du deine vorgewaschenen Stoffe von den anderen unterscheiden kannst und wie du ein Projekt retten kannst, wenn es nach der ersten Wäsche doch zu kurz ist.

Tipp 1: Verstehen, wofür Vorwaschen wichtig ist

- Stoffe laufen bei der ersten Wäsche manchmal ein

- Stoffe bluten bei der ersten Wäsche manchmal aus (Ausbluten steht für Farbverlust bei der Wäsche)

Vorwaschen ist sinnvoll, denn Stoffe laufen manchmal bei der ersten Wäsche ein
Je nach Material laufen Stoffe bei der ersten Wäsche mehr oder weniger ein. Es gibt bestimmte Richtwerte, die bei verschiedenen Materialien gelten und an denen du dich orientieren kannst. In der Textilsprache Krumpfwert genannt. Dieser gibt an, wie viel Prozent ein Stoff einläuft.

So gilt für Baumwollstoffe ein Krumpfwert von 3-5% und sagt aus, dass sie in Längs- und Querrichtung einlaufen können. Viskosestoffe können bis zu 15 % einlaufen. Das sind dann auf ein Meter Länge Stoff schon ganze 15 cm Unterschied – eben der Unterschied zwischen Kleider- und Tunika-Länge.

Wichtig ist jedoch beim Einlaufen folgendes: Alles kann, nichts muss. Es gibt große Unterschiede zwischen den Stoffen und auch innerhalb der Materialien. So sind manche Stoffe auch schon mit einer speziellen Ausrüstung versehen oder haben in der Herstellung einen Prozess durchlaufen, der das Einlaufen reduziert oder sogar ganz stoppt.

Merke: Damit du sichergehen kannst, das dein vernähter Bekleidungsstoff nicht mehr einläuft oder nur noch ganz gering, solltest du immer Vorwaschen.

Vorwaschen ist sinnvoll, denn Stoffe bluten bei der ersten Wäsche manchmal aus
Je nach Ausrüstung, Ausgangsmaterial und verwendeten Farbstoffen bluten Stoffe bei der ersten Wäsche aus. Als Richtwert kannst du dir merken, dass blaue und rote Stoffe fast immer stärker ausbluten, als ein Gelber oder Grüner. Das liegt an den verwendeten Farbstoffen, wie zum Beispiel Indigo bei blauen Jeansstoffen.

Beim Vorwaschen solltest du daher möglichst keine Farben mischen – ähnlich wie bei der alltäglichen Wäsche. Du kannst in die Waschmaschine auch ein Farbfänger Tuch legen, damit die ausgeblutete Farbe aufgefangen wird.

Auch zum Vorwaschen solltest du ein sehr gutes Color-Waschmittel verwenden. Denn wenn die Stoffe ausbluten, sorgt das Waschmittel dafür, dass die überschüssige Farbe nicht in andere Farben hineinläuft. Das ist besonders wichtig, wenn du zum Beispiel einen roten Baumwollstoff mit weißen Punkten vorwäschst.

Tipp 2: Ideen, wie du vorgewaschene Stoffe markierst

Eine Freundin hat mir einmal einen praktischen Tipp gegeben, wie ich Stoffe markieren kann, die ich schon vorgewaschen habe: Vor dem Waschen das Stoffstück mit dem Versäuberungsstich der Nähmaschine oder der Overlock versäubern.

Ist das Stoffstück versäubert, weiß ich, dass ich es schon in der Waschmaschine hatte.

Durch das Versäubern franst der Stoff bei der ersten Wäsche nicht aus. Ich habe also einerseits eine Gedankenstütze im Kopf, mit der ich mir merke, was vorgewaschen ist und was nicht. Andererseits ist die Idee praktisch und sorgt dafür, dass mein Stoff die Waschmaschine nicht mit Flusen und Fusseln verstopft.

Du kannst dir sonst auch an jedem Stoff, den du vorwäschst ein Stück als Muster abschneiden. Dafür eignet sich besonders die Ecke an der unser Label klebt. Auf dem Label stehen auch noch ein paar Informationen zu dem Stoff. Sammle die Stoffstücke und du hast ein schönes Stoffarchiv, das gleichzeitig super praktisch ist. Auf dem Label kannst du dir auch noch notieren, ob der Stoff eingelaufen ist, oder nicht.

Tipp 3: Projekte retten, wenn der Stoff nicht vorgewaschen vernäht wurde

Mein „Kleid“ konnte ich wieder retten. Denn zufälligerweise hatte ich noch einen Rest des Kleiderstoffes in meinem Stoffschrank. Also habe ich einfach einen Streifen des Stoffes zugeschnitten und an den Saum genäht. So konnte ich die Tunika wieder in ein knielanges Kleid verwandeln (den Stoffrest hatte ich natürlich dann vorgewaschen).

Dieser Tipp gilt besonders für gemusterte Stoffe, bei denen oft gar nicht auffällt, wenn ein Streifen angesetzt wird.

Bei zu kurzen Hosen oder Röcken kannst du zum Beispiel ein dekoratives Spitzenband an den Saum nähen und so wieder um ein Stück verlängern.

Oder du kreierst einfach ein Stück im modischen Color-Blocking-Trend und setzt einen einfarbigen Streifen in Kontrastfarbe an.

Dir fallen sicherlich noch andere kreative Ideen ein, wenn doch einmal ein Kleidungsstück zu kurz geraten ist.

Bist du Nähanfänger, dann wirst du mit diesen Tipps von Anfang an keine Probleme durch vergessenes Vorwaschen haben! Und ich wünschte, diesen Beitrag hätte es schon gegeben, als ich mit dem Nähen angefangen habe.

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Knopf falsch befestigt –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Unsere Nähpannenserie geht weiter und heute kommen wir zu einem Fehler, der nur indirekt mit dem Nähen zu tun hat. Es geht um Knöpfe. Und ja, auch beim eigentlich einfachen Knopfbefestigen können einige Missgeschicke passieren.

Nähpanne # 07 ist also folgendes Problem: Du hast einen Knopf falsch befestigt.
Die 10 schlimmsten Nähpannen: Knopf falsch befestigt– stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden Der Knopf ist einer der ersten Verschlüsse für Bekleidung, die der Menschheit eingefallen ist. Schon in der Steinzeit schnitzen sich die Menschen Knöpfe aus Horn und schlossen ihre Kleidung mit einem Knebelverschluss.

In den fünfziger Jahren wurden auch Jeans noch mit Knöpfen geschlossen, bis eine bekannte Jeansmarke auf die Idee kam die Jeanshose mit einem Reissverschluss zu versehen. Heute sind bei Kinderkleidung besonders Druckknöpfe sehr beliebt, doch mit einem falsch angebrachten Druckknopf kannst du dir auch schnell ein fast fertiges Kleidungsstück oder eine Tasche verunstalten. So passierte es mir vor ein paar Monaten:

„ Ich hatte mir einen Rock genäht bei dem in der vorderen Mitte eine Reihe Druckknöpfe als Verschluss und Zierde vorgesehen war. Die Druckknöpfe hatte ich in der Zehnerpackung bestellt, denn ich brauchte laut Schnitt 8 Knöpfe. Leider war ich etwas ungeschickt beim Anbringen des ersten Druckknopfs. Ich hatte, ganz nachder beiliegenden Anleitung, mit Hammer und richtigem Werkzeug den Knopf befestigt. Er saß fest und wackelte nicht. Leider hatte ich aber die Vorder- und Rückseite meines Rockes verwechselt. Nun saß das Vorderteil des Druckknopfs innen…“

Zum Glück hatte ich mit der Knopfleiste am Bund angefangen und da ich den Rock sowieso mit einem Gürtel tragen wollte, fiel das Missgeschick dann gar nicht so auf.

Damit euch aber nicht derselbe Fehler passiert, habe ich für euch ein paar Tipps und Tricks zusammengefasst.

Tipp 1: Druckknöpfe immer einmal ausprobieren

Druckknöpfe sind toll für Kinderkleidung, denn sie sitzen, richtig angebracht, fest und sind kein kleines, verschluckbares Einzelteil. Außerdem sind gerade Röcke mit Knopfleiste sehr trendig. Neben den Druckknöpfen aus Metall haben wir auch Snaps aus Plastik in vielen verschiedenen Farben. Damit kannst du deine farbenfrohen Ideen für deine Kinder oder dich noch weiter individualisieren.
Druckknopf Color Snaps 3 | PrymDruckknopf Color Snaps 26 | PrymDruckknopf Color Snaps 13 | Prym
Bringst du zum ersten Mal einen Druckknopf an, dann ist es hilfreich diesen auf einem Reststück deines Stoffes auszuprobieren. Denn je nach Material musst du später den Druckknopf mit mehr oder weniger Druck anbringen. Besonders an Stellen, wo viele Stofflagen aufeinanderliegen, musst du mit deinem Werkzeug vertraut sein, damit beim Anbringen des Knopfes kein Missgeschick passiert.

Du solltest immer damit rechnen, dass einer der Druckknöpfe vielleicht einfach nicht funktionieren will und daher immer ein paar Druckknöpfe zusätzlich zu den benötigten bestellen.

Für das Anbringen der Druckknöpfe gibt es unterschiedliche Werkzeuge. Damit du dich an dein Werkzeug gewöhnst, ist das Ausprobieren an einem Reststück des Stoffes immer hilfreich.

Mit etwas Übung ist das Anbringen von Druckknöpfen demnächst dein liebster Schritt beim Nähen, denn es bedeutet meist das Fertigstellen des Projekts!

Tipp 2: Genau messen und markieren vor dem Knopf befestigen

Auf unserem Bild siehst du einen Fehler, der eigentlich leicht zu vermeiden ist. Denn bei einer Knopfleiste kannst du durch genaues Messen und Markieren, die Position von Knöpfen und Knopflöchern festlegen und dich dann beim Annähen der Knöpfe oder dem Nähen von Knopflöchern daran halten.

Für das Messen gibt es verschiedene Hilfsmittel. Günstig und gut ist das Handmaß. Auf dem Handmaß hast du kleine Einkerbungen, sodass es gut geeignet ist, um Markierungen mit Schneiderkreide oder Kreidestift gleichmäßig zu übertragen. Diese Markierungen verschwinden natürlich nach der ersten Wäsche bzw. wenn du die Kreide abbürstest.
Gütermann creativ – Handmaß - weissSchneiderkreidetafel 501Kreidestifte - türkis/weiss
In deinem Schnittmuster steht sicherlich, welchen Abstand die Knöpfe und Knopflöcher voneinander haben sollen. Nähst du „frei Schnauze“ musst du dir selbst überlegen, wie du die Knöpfe und Knopflöcher platzieren möchtest.

Hierbei musst du ein wenig Mathe bemühen und die Strecke, auf der du die Knöpfe anbringen möchtest, messen.
Anschließend kannst du überlegen, wie viele Knöpfe notwendig sind, damit dein Kleidungsstück nicht unnötig aufklafft. Hier sind besonders die Stellen auf Brust- oder Hüfthöhe zu berücksichtigen.

Nun kannst du die Knöpfe erst mal auflegen und so ein Gefühl bekommen, wie die fertige Knopfleiste aussehen wird. Je nachdem, wie groß deine Knöpfe sind, wirkt ein Kleidungsstück nämlich gleich ganz anders.

Anschließend zählst du die Knöpfe ab und misst den Abstand zwischen dem Mittelpunkt eines Knopfes zum nächsten Knopf. Gängiger Weise wird der Abstand von Knopf zu Knopf immer gleich bemessen. Jetzt kannst du dir auf deinem Stoff mit Schneiderkreide oder einem Kreidestift markieren, wo du später die Knöpfe annähst und auf der Gegenseite der Knopfleiste die Platzierung der Knopflöcher einzeichnen. Auch dafür hat das Handmaß eine praktische Markierung.

Tipp 3: Probeknopfloch nähen

Zu einem Knopf gehört auch immer ein Knopfloch. Eine Knopfleiste wird bei Damenmode immer so gestaltet, dass die Knöpfe auf dem linken Vorderteil angebracht und die Knopflöcher auf dem rechten Vorderteil. Bei Männerbekleidung verhält es sich andersherum.

Das Knopfloch befindet sich dabei etwa 1,5 cm von der vorderen Kante entfernt (bei Jacken oder dickeren Stoffen bis zu 2 cm).

Natürlich bist aber du der Designer und kannst dir selbst aussuchen, ob du ein Kleidungsstück lieber rechts- oder links schließen möchtest. Dies fällt meist nur gelernten Schneidern, anderen Hobbynäherinnen oder Pingel-Inge auf.

Knopflöcher kannst du in zwei Varianten nähen. Hohe Schneiderkunst ist ein Knopfloch, das von Hand genäht wird.

Die schnelle Variante ist die Knopflochfunktion an der Nähmaschine.
Hierbei gibt es Unterschiede bei den Nähmaschinen. Einfache und ältere Nähmaschine haben oft das Knopfloch in vier Schritten, die manuell gewählt werden müssen. Neue, teurere Modelle haben eine Ein-Stufen-Knopflochautomatik.

Tipp: Lies am besten in der Anleitung deiner Nähmaschine nach, welche Funktion deine Nähmaschine hat, wenn du sie noch nicht genutzt hast.

Auch beim Knopfloch empfiehlt es sich vor dem Nähen am fast fertigen Kleidungsstück erst ein Probeknopfloch anzufertigen. Verwende für das Knopfloch speziellen Knopflochfaden. Dies ist etwas dicker als das normale Nähgarn. So sieht das Knopfloch später besser aus und ist auch strapazierfähiger.

Tipp: Bei dehnbaren Stoffen solltest du die Stelle an der das Knopfloch eingenäht wird, mit etwas Einlage verstärken und so unelastisch machen. Denn ansonsten wird das Knopfloch wahrscheinlich „wellig“ und sieht nicht gut aus.

Die richtige Länge des Knopfloches findest du heraus, indem du dein Knopf an das Knopflochfüsschen deiner Nähmaschine legst und am Füsschen die Längeneinstellung vornimmst. Dabei ist der Durchmesser des Knopfes (+1-2mm Spielraum) die richtige Länge. Bei dickeren Knöpfen empfehle ich bis zu 3mm zum Durchmesser dazuzugeben.

Mit ein wenig Übung ist das Anbringen von Knöpfen und das Nähen von Knopflöchern für dich kein Problem mehr!

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Bündchen falsch vernäht –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Die ersten beiden Nähpannen unserer Nähpannenserie kennen einige von euch – das hat uns das Feedback auf Facebook gezeigt. Ich bin froh, dass nicht nur mir die Missgeschicke passieren. Aber gleichzeitig freue ich mich, dass ich mich mittlerweile besser auskenne und mit euch meine Tipps und Tricks teilen kann.

Heute geht es nun weiter mit unserer Nähpannen-Serie und der nächsten Nähpanne.

Nähpanne # 08 ist folgendes Problem: Du hast das Bündchen falsch vernäht.

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Bündchen falsch vernäht– stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden Gerade für Kids sind lässige Klamotten mit Bündchen super bequem. Denn sie wachsen mit und du musst nicht ständig neue Hosen nähen – erst dann, wenn das Längenwachstum wieder zugelegt hat. Bündchenstoff hat die fantastische Eigenschaft sehr dehnbar zu sein und sich damit dem Körper anzupassen – aber nur, wenn du das Bündchen auch richtig vernähst!

Da ich bisher nur wenige Kinder benäht habe, kenne ich mich auch noch nicht so lange mit der Schlauchware aus, doch für Sweatshirts oder gemütliche Röcke habe ich mich auch schon mal an Bündchen gewagt – und dabei ist mir natürlich auch mal ein Missgeschick passiert.

„ Mein erstes Nähprojekt mit Bündchen war ein Rock. Es sollte einfach nur ein simpler ausgestellter Rock aus einem Baumwollstoff sein, doch weil ich ihn bequem an und ausziehen wollte, sollte der Bund aus elastischem Bündchenstoff sein. Also, alles zuschneiden und beim Nähen mit der Overlock das Bündchen dehnen, so hatte ich es gelesen. Jedoch hatte ich nicht bedacht, dass ich das Bündchen dann ja kürzer hätte zuschneiden sollen… Also blieb am Ende ein gutes Stück Bündchen über und ich habe den Rock nie fertiggesstellt.“

Damit kommen wir direkt zu einem der fünf Nähtipps, die ich für euch habe, wenn ihr Bündchen vernähen wollt.

Tipp 1: Stretchfaktor des Bündchenstoffes beachten


Jeder Bündchenstoff hat einen eigenen Stretchfaktor. Bündchen ist immer dehnbarer als ein Sweatshirtstoff und oft auch dehnbarer als ein Baumwolljersey. Den Stretch Faktor kannst du messen, indem du dir auf deinen Tisch ein Maßband legst, ein 10 cm Stück deines Bündchens zuschneidest und dann misst, wie viel länger das Bündchen beim Dehnen wird.

Ist das Stück 10 cm lang und du kannst es auf 15 cm ausdehnen, ist der Stretchfaktor 1,5.
Bei einigen Schnittmustern geben die Designer an, welchen Stretchfaktor der Stoff haben sollte. Du kannst diese Messmethode nämlich auch für Jerseystoffe anwenden.

Bei uns findest du neben Strickbündchen auch Ringelbündchen oder glatte Bündchen. Diese verschiedenen Bündchen Qualitäten haben unterschiedliche Stretchfaktoren.

Unsere glatten Bündchen sind sehr dehnbar und haben einen Stretchfaktor von 1,8

Bündchen Glatt 4 - blauBündchen Glatt 2 - schlammBündchen Glatt 3 - hellrot
Unsere Ringelbündchen sind etwas weniger dehnbar und haben einen Stretchfaktor von ca. 1,6

Ringelbündchen 5 - rosaRingelbündchen 11 - grauRingelbündchen 3 - türkis
Unsere Strickbündchen haben einen Stretchfaktor von ca. 1,4 bis 1,5.
Strickbündchen - jeansStrickbündchen 1x1 Rippe 2 - türkisblauStrickbündchen 17 - purpur
Liest du bei einem Bündchen etwas von einer 2x2 Rippe, dann bezieht sich diese Angabe auf den Maschenrhytmus des gestrickten Stoffes. Bündchen ist Strickware und diese besteht aus Maschen. Es gibt zwei Arten von Maschen, rechte und linke. Und 2x2 bedeutet, dass das Bündchen mit zwei rechten und zwei linken Maschen im Wechsel gestrickt wird.

Hast du Bündchen Stoffe aus verschiedenen Stoffläden und verschiedenen Materialien in deinem Stofflager, lohnt es sich eine Liste zu machen, damit du den Überblick über die verschiedenen Stretchfähigkeiten nicht verlierst.

Tipps 2: Bündchen mit dem Rollschneider zuschneiden


Beim Bündchen Zuschneiden kann es schnell passieren, dass du den Stoff unfreiwillig außer Form ziehst und damit der Bündchenstreifen schief oder krumm aussieht.
Verwende für den Zuschnitt einen scharfen Rollschneider und eine Schneidematte. Vernähst du oft Bündchen lohnt sich diese Investition – du brauchst auch keine übergroße Schneidematte, die kleine reicht aus.

Bündchen sollte immer mindestens 5 cm breit zugeschnitten werden, denn ein schmaleres Bündchen klappt unschön um und du siehst die Naht. Das willst du natürlich nicht!

Tipp 3: Vor dem Nähen das Bündchen einteilen


Damit du das Bündchen beim Vernähen gleichmäßig dehnst, ist es hilfreich die Viertelmethode anzuwenden. Dabei teilst du dir sowohl den Ausschnitt deines T-Shirts, Sweatshirts oder Bund des Rockes in vier Viertel ein.

Zugleich markierst du dir auch am zugeschnittenen Bündchen vier gleichmäßig voneinander entfernte Punkte.
Dann legst du die Stoffe so zusammen und steckst sie fest, dass die Viertelmarkierungen übereinstimmen. Dabei musst du das Bündchen oft schon etwas dehnen.
Stellst du hier fest, dass das Dehnen nicht ausreicht, dann hast du das Bündchen zu kurz zugeschnitten.

Als Faustregel empfehle ich das Bündchen immer maximal 1/3 kürzer als den Ausschnitt zuzuschneiden.

Tipp 4: Beim Vernähen dehnen, aber nicht ziehen


Ist alles gut gesteckt und passt, geht es an das Nähen. Ob du eine Nähmaschine oder vielleicht sogar eine Overlockmaschine hast, ist erst mal egal. Die Tipps, die ich habe, sind an beiden Maschinen hilfreich.

Achte darauf, dass du beim Nähen nur das Bündchen dehnst und nicht den Stoff an den das Bündchen angenäht wird.
Nutze am besten eine Hand um das Stoffstück zu führen und die andere Hand, um das Bündchen gleichmäßig zu dehnen. Übung macht den Meister! Fühlst du dich noch ungeschickt, dann probiere erst mal mit ein paar Resten des Bündchenstoffes aus, wie sich das Bündchen unter deiner Nähmaschine verhält.

Tipp 5: Unbedingt einen dehnbaren Stich verwenden


Das schönste und dehnbarste Bündchen ist nutzlos, wenn du keinen dehnbaren Stich an deiner Nähmaschine beim Zusammennähen verwendest. Denn die Naht muss sich genauso mitdehnen können, wie das Bündchen.

Daher solltest du an der Haushaltsnähmaschine unbedingt einen Zick-Zack oder speziellen Elastikstich nutzen. Ein normaler Geradstich würde bei der Dehnung reißen! Und spätestens beim ersten Anprobieren platzt die Naht auf, soll alles schon passiert sein…

So, das sind nun einige Tipps, die dir hoffentlich beim Vermeiden der Nähpanne helfen! Du wirst merken, dass Bündchen eine schnelle Möglichkeit ist den Bund an einer Krabbelhose oder Pumphose für deine Kleinen, oder einem Rock für dich professionell abzuschließen. Mit ein wenig Übung ist das Bündchen Nähen schnell gerlernt!

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Schnittmuster zu klein –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Vor einigen Tagen startete unsere Serie der häufigsten Nähpannen. Euer positives Feedback auf Facebook und die geschilderten Erfahrungen mit Nähpannen stimmten mich freudig und brachten mich zum Schmunzeln! Nun geht es weiter mit unserer Nähpannen-Serie und der nächsten Nähpanne und wie ihr diese vermeiden könnt.

Nähpanne # 09 ist folgendes Problem:
Du hast das Schnittmuster zu klein zugeschnitten und vernäht. Die 10 schlimmsten Nähpannen: Schnittmuster zu klein zugeschnitten– stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden Hast du das schon einmal erlebt? Ein PDF-Schnittmuster ausgedruckt, vernäht und dann festgestellt, dass die Größe deinen Kindern doch nicht passt? Oder hast du ein Papierschnittmuster gekauft, dir deine Größe ausgesucht und am Ende doch ein Kleidungsstück produziert, was deiner Kleidergröße so überhaupt nicht entsprach?

Wenn dir einer der Fälle bekannt vorkommt, dann bist du nicht alleine. Zumindest mir sind beide Dinge schon passiert – und das leider nicht nur einmal:

„Mein erstes PDF-Schnittmuster war ein kostenloser Schnitt einer amerikanischen Schnittmusterfirma. Brav habe ich alle fünfzehn Seiten ausgedruckt und zusammengeklebt. Habe den Stoff zugeschnitten, genäht und am Ende ein fertiges Kleid in den Händen gehalten. Leider konnte ich es jedoch nur in den Händen halten, denn weder mein Oberkörper, noch meine Hüfte hätten in das Kleid gepasst…“

Das war vor drei oder vier Jahren, als ich begann mich im Internet nach kostenlosen Schnitten umzuschauen. Aus meinen Anfängerfehlern habe ich gelernt und einige Ideen gesammelt, wie ich das Nähmissgeschick vermeide.

Damit ihr nicht dieselben Fehler macht, wie ich, sind hier meine fünf Tipps, wie ihr ein Schnittmuster in der richtigen Größe auswählt, zuschneidet und vernäht.

Tipp 1: Maßangaben der Maßtabelle im Schnittmuster überprüfen

Jedes Schnittmuster hat eine eigene Maßtabelle. Denn ein Schnittmuster, welches mehrere Größen beinhaltet, wird immer für eine Standardgröße entwickelt und anschließend für die Größen hochgerechnet und erstellt. Diesen Vorgang nennt man Gradieren. Maßschneider können das Gradieren von Hand, in der Bekleidungsindustrie und in vielen Schnittmusterprogrammen läuft das Gradieren jedoch nach bestimmten Vorgaben im Programm automatisch.

Darum solltest du dir genau die Maßtabelle im Schnittmuster anschauen. Für welche Körperlänge ist der Schnitt? Entspricht die Körperlänge deiner Körperlänge, bist du größer oder kleiner? Wenn du kleiner bist, solltest du Schnitteile entsprechend kürzen. Bist du größer, musst du die Schnitteile verlängern. In manchen Schnittmustern ist dafür praktischerweise direkt eine Linie eingezeichnet, an der du den Schnitt verlängern oder kürzen kannst.

Eine Größentabelle ist meist von Firma zu Firma unterschiedlich. Das ist ähnlich, wie bei den Konfektionsgrößen von unterschiedlichen Modemarken. Du kennst sicherlich auch den Fall: bei der einen Modehauskette passt dir die Größe 42 und bei der nächsten kaufst du eine Nummer größer oder kleiner.

Die Standardgröße ist zudem von Land zu Land unterschiedlich. Falls du also einen tollen Schnitt im Ausland findest, dann schau auch dort erst in die Maßtabelle, bevor du mit dem Vorbereiten des Schnittmusters beginnst.

Für die amerikanischen Schnittmuster von Vogue Patterns, Butterick und McCalls, die wir führen, gibt es eine gute Übersicht zum Maßnehmen und Größe auswählen.

Tipp 2: Nahtzugabe enthalten oder nicht?

Bei Schnittmustern gibt es verschiedene Wege, wie mit der Nahtzugabe umgegangen wird. Die Nahtzugabe ist sozusagen der äußerste Rand des Schnittteils. Darauf musst du achten, wenn du das Schnittmuster auf den Stoff überträgst und die Schnittteile zuschneidest.

In den Schnittmustern von Burda ist die Nahtzugabe nicht enthalten.

Die amerikanischen Schnittmuster von Vogue, Butterick und McCalls enthalten bereits die Nahtzugabe.

Generell kann ich aus Erfahrung sagen, dass bei englischsprachigen Schnittmustern die Nahtzugabe meist enthalten ist.

Meine Schnittmusterempfehlung für Schnittmuster, die (fast) immer passen sind folgende:
Schnittmuster TunikaBluse / Tunika, Burda 6809Mantel/Jacke, Vogue 8930 | 32 - 40

Tipp 3: Schnittmustergröße nicht gleich Konfektionsgröße

Beim Nähen musst du dich von einigen Dingen frei machen – nicht nur, wenn du ein Kleid anprobierst. Denn beim Selbernähen von Kleidung stellst du wahrscheinlich einige Dinge über deinen Körper fest, die du vorher noch nicht wusstest.

Zum Beispiel sind viele Menschen asymmetrisch gebaut, also ist eventuell eine Brust größer als die andere oder ein Arm länger als der andere. Nähst du deine Kleidung selbst, fallen dir solche körperlichen Unterschiede zum Normkörper vielleicht eher auf, als wenn du Kleidung kaufst.

Und besonders wichtig ist ein gesundes Selbstverständnis, dass eine Schnittmustergröße oder eine Konfektionsgröße keine Bewertung deiner Figur ist, sondern einfach ein Standard, damit Kleidung nachgenäht oder in Massen produziert werden kann. Es ist also völlig normal, wenn die Schnittmustergröße nicht deiner Konfektionsgröße in einer Fast Fashion Kette entspricht und du eine größere Größe brauchst.

Besonders, wenn du nach älteren Schnittmustern nähst, wird dir auffallen, dass sich die Größen im Laufe der Jahre verändert haben.

Tipp 4: Einstellungen vor dem PDF Ausdruck überprüfen

Bei PDF- Schnittmustern ist ein sehr wichtiger Tipp, den du nicht vergessen solltest, das Testquadrat. Jedes gute PDF-Schnittmuster hat ein Testquadrat.

Drucke dir immer zuerst die Seite mit dem Testquadrat aus und prüfe, ob dein Drucker wirklich richtig eingestellt ist. Denn manche Drucker haben Voreinstellungen, die alle Ausdrucke skalieren und das willst du bei einem Schnittmuster in der Regel nicht.

Also, bevor du den Schnitt ausdruckst, kannst du schon dafür sorgen, dass er später deinen Maßen entspricht.

Tipp: Zudem solltest du prüfen, ob der Drucker nur einseitig druckt. Mir ist es schon oft passiert, dass ich im Büro einen Schnitt zum Testen ausdrucken wollte und sehr viel Papiermüll produzierte, denn die Voreinstellung hatte ich nicht entfernt.

Tipp 5: Stoffqualität nach Schnittmusterangabe wählen

Im Schnittmuster gibt es immer Angaben, welche Stoffqualität du für den jeweiligen Schnitt verwenden kannst.

Sei also vorsichtig, wenn der Schnitt Jersey oder andere elastische Stoffe vorgibt und versuche nicht den Schnitt aus einem wunderschönen Baumwollstoff zu nähen. Das Kleidungsstück kann dann nicht passen!

Schnittmuster für Jersey oder andere elastische Stoffe haben eine Besonderheit in der Schnittkonstruktion, denn sie werden ohne Zugabe konstruiert. Somit berechnet der Designer schon beim Schnitt ein, dass der Stoff sich später dehnen wird. Das geht natürlich nicht, wenn du statt eines Baumwoll Jersey Stoffes mit 5 % Stretch einen Baumwollstoff als Webware mit 0 % Stretch verwendest.

Befolgst du diese fünf Tipps, dann wirst du in Zukunft nicht das Problem haben, dass du ein Schnittmuster zu klein zuschneidest, vernähst und dann dein Kind oder dich unglücklich machst.

Hast du vielleicht noch weitere Tipps und Tricks, damit das Schnittmuster auch in der Größe passt? Vielleicht kennst du noch einige Blogbeiträge, die Schnittmusteranpassungen für bestimmte Körperformen erklären? Dann teile doch diese Fundstücke aus dem Netz mit unseren Lesern und mir!

Die 10 schlimmsten Nähpannen:
Stoffmuster nicht beachtet –
Tipps und Tricks zum Vermeiden

Die Nähpanne, jeder kennt sie und sucht nach Tipps und Tricks zum Vermeiden des Nähmissgeschicks. Denn was ist schlimmer, als seinen Lieblingsstoff anzuschneiden und dann doch kein zufriedenstellendes Endergebnis in den Händen zu halten oder am Körper zu tragen?

Wir möchten dir helfen in Zukunft die blödesten Nähpannen zu vermeiden und stellen dir in unserer Serie die zehn gängigsten Missgeschicke vor.

Nähpanne # 10 ist folgendes Problem: Du hast beim Zuschnitt das Stoffmuster nicht beachtet.

Die 10 schlimmsten Nähpannen: Stoffmuster nicht beachtet – stoffe.de erklärt dir Tipps und Tricks zum Vermeiden Kommt dir das bekannt vor? Manche Stoffmuster sind sehr prägnant, zum Bespiel verlaufen Streifen waagerecht oder senkrecht. Oder die Motive auf deinem Baumwollstoff mit Herzen haben alle die Spitze in einer Richtung.

Auch ich kenne den Fall nur zu gut:

Bei einem meiner ersten Nähprojekte habe ich einen Beutel genäht. Ich wusste noch nichts über Fadenlauf oder die Besonderheiten von gemusterten Stoffen. Also habe ich das Schnittmuster für den Beutel so auf den Stoff gelegt, dass ich möglichst wenig von meinem schönen Baumwollstoff mit Eulen-Motiv verbrauche. Dass die Eulen alle gleich angeordnet sind, habe ich nicht bedacht. Also hatte ich hinterher einen Beutel bei dem auf der einen Seite alle Eulen senkrecht verliefen und auf der anderen Seite waagerecht….

Das war vor mittlerweile zehn Jahren und seitdem habe ich viel gelernt. Meine bewährten Tipps und Tricks habe ich hier für euch zusammengestellt, damit ihr nicht die Anfängerfehler macht, die ich gemacht habe.

Tipp 1: Stoff vor dem Zuschnitt genau anschauen

Mein allererster Tipp an alle Nähanfänger ist darum: Schau dir den Stoff vor dem Zuschnitt genau an. Oft kannst du im Stoff ein Muster erkennen – damit meine ich nicht nur ein Blumenmuster, sondern einen Rapport also Musterwiederholungen, wie zum Beispiel, dass alle Stängel der Sonnenblumen senkrecht zur Webkante verlaufen.

Die Größe des Rapports geben wir dir übrigens bei jedem Stoff mit an, so siehst du gleich, ob dein Lieblingsstoff eher klein- oder großgemustert ist. Zur Orientierung hilft dir dabei auch der sogenannte Fadenlauf.
Der Fadenlauf verläuft immer parallel zur Webkante eines Stoffes. Die Webkante ist das, was du an der Kante rechts und links bei jedem gewebten oder gestrickten Stoff siehst. Diese Kante entsteht durch den Webstuhl oder die Strickmaschine. An der Webkante ist das Gewebe meist dichter gewebt und weist kleine Löcher auf. Beachtest du also beim Zuschnitt den Fadenlauf, so gehst du sicher, dass dein Muster auch eine einheitliche Musterlaufrichtung hat.

Baumwollstoffe haben in den meisten Fällen eine Musterrichtung, denn sie werden fortlaufend bedruckt.

Tipp: Bei uns im Shop siehst du den Stoff so, wie er auch im Fadenlauf vor dir liegt. Darauf achten unsere Fotografen, wenn sie den Stoff für die Produktbilder fotografieren. Wie schon oben beschrieben, wiederholt sich der Rapport des Stoffes regelmäßig, sodass du ein Stoffstück exakt gleich zuschneiden kannst – Voraussetzung ist, dass du genug Stoff gekauft hast.

Stoffe mit unterschiedlichem Rapport
Cotton Duplex Pastell - türkisClassic Stripes - marineblauCretonne Flamingo 3 - hellgrün

Tipp 2: Fadenlauf im Schnittmuster genau beachten

Die Webkante gibt auch den Fadenlauf vor. Jedes Schnittmuster hat einen eingezeichneten Fadenlauf.
Meist weist ein langer Pfeil oder eine Angabe an einer der geraden Kanten, die im Bruch gelegt werden, darauf hin. Beachtest du diese Markierungen, dann stimmt auch die Musterlaufrichtung deines Zuschnitts.
Achte darauf, was sich der Designer des Schnittmusters gedacht hat, denn manche Schnittteile sollen senkrecht zum Fadenlauf zugeschnitten werden oder vielleicht sogar im 45° Grad Winkel zum Fadenlauf, wenn sie besonders elastisch sein müssen.

Gemeinhin gilt, dass Stoffe in Richtung des Fadenlaufs weniger elastisch sind, als quer zum Fadenlauf. Dies gilt sowohl für Webstoffe, als auch für Jersey und Strickstoffe.

Mach dir vor dem Zuschnitt ein paar Gedanken über dein fertiges Projekt. Möchtest du einen Teil des Stoffmusters besonders hervorheben oder an einer speziellen Stelle platzieren?
Dann achte darauf, dass du beim Auflegen des Schnittmusters auf deinen Stoff diese Position beachtest.

Müssen die Teile exakt gleich zugeschnitten werden, ist es ratsam den Stoff einlagig zuzuschneiden. So hast du mehr Kontrolle über die Platzierung des Musters.

Und lerne aus der Erfahrung von mir: Wer Stoff sparen will, hat am Ende oft ein Ergebnis, was nicht zufriedenstellend ist!

Tipp 3: Erst stecken, dann nähen

Bei besonders prägnanten Mustern empfehle ich die zugeschnittenen Stoffstücke vor dem Zusammennähen zu stecken oder mit Wonderclips festzuklammern.

Tipp: Wonderclips sind besonders gut bei Stoffen wie z.B. Jersey, Snap Pap oder Kunstleder, denn sie hinterlassen keine Löcher.

Hast du die Schnitteile alle in gleicher Musterlaufrichtung zugeschnitten, sollten sich beim Aufeinanderlegen der Schnittteile die Muster „treffen“. Erst wenn das gewährleistet ist, kannst du mit dem Stecken loslegen. So kannst du zum Beispiel dafür sorgen, dass die waagerechten Streifen an deinem neuen Streifenshirt alle nahtlos ineinander übergehen (z.B. an der Seitennaht). Und bist du besonders penibel, dann hefte dir die Naht von Hand, bevor du sie mit der Nähmaschine nähst.

Hilfsmittel zum Stecken und Heften
Wonder Clips | Snaply - türkisGlaskopfstecknadeln 20 gGütermann Heftfaden Baumwolle (758) - senf
Hast du auch schon Erfahrungen mit besonders schwierigen Mustern gemacht? Dann teile doch dein Wissen mit mir und unseren Lesern. In einem Kommentar kannst du gerne deine persönlichen Tipps und Tricks verraten.

Nähmaschinennadeln und ihre Kennzeichnung – gut zu wissen!

Nähmaschinennadeln sind ein Element der Nähmaschine, das von Nähanfängern oft unterschätzt wird. Weiß ich doch selbst aus Erfahrung, dass ich zu Anfang meiner Nähleidenschaft einfach jeden Stoff mit derselben Nadel vernäht habe – egal, ob Leder, Baumwolle oder feine Seidenstoffe.

Mittlerweile bin ich schlauer und weiß, um die Besonderheiten der verschiedenen Nadelarten, doch ein Problem bleibt – welche Nadel habe ich gerade in der Maschine und wofür ist die Nadel gedacht?

Unsere hochwertigen Nähmaschinennadeln von Schmetz sind mit einer einfachen Farbmarkierung versehen und geben so eine gute Orientierung, wenn du mal wieder vergessen hast, welche Nadel jetzt vom letzten Projekt in der Nähmaschine steckt.

Hier siehst du auf einen Blick, welche Farbmarkierung für welche Stoffart gedacht ist:
Nähmaschinennadeln und ihre Kennzeichnung – gut zu wissen!

Der obere Strich markiert jeweils die Anwendung/ das Material und der farbige Strich darunter die Nadelstärke. So kannst du auf einen Blicks sehen, ob du noch eine Jerseynadel mit abgerundeter Spitze oder eine Ledernadel mit Schneidspitze in der Maschine hast.
Das ist sehr wichtig, denn dein Jerseystoff würde von der Ledernadel Einstichlöcher behalten, die das Gewirk schädigen können, und somit die Naht später beim Tragen deines neuen Kleidungstücks leicht aufreißt.

Und wenn die Jerseynadel beim Ledernähen in der Maschine angebracht ist, kann es sein, dass die Maschine blockiert, denn die Nadel kann das Material nicht perforieren.
Du siehst also, die richtige Nadel ist wirklich wichtig für ein gutes Nähergebnis und dafür, dass die Nähmaschine, die du besitzt, weiterhin gut funktioniert.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße

Wer bei stoffe.de seine Ausbildung macht, der entdeckt schnell, wie toll es ist mit, Stoffen und Nähzubehör eigene Ideen umzusetzen. Doch nicht immer haben unsere neuen Azubis schon mal vor der Nähmaschine gesessen und nach einem Schnittmuster oder einer Anleitung genäht.

Das darf natürlich nicht so bleiben: Deshalb nimmt sich unsere Bloggerin Christine für jeden Auszubildenden der Marketingabteilung Zeit, um ein individuelles Projekt zu gestalten. Diese Woche hat unser Azubi Tim das erste Mal vor der Nähmaschine gesessen und das Projekt "Babyschühchen in Erwachsenengröße", das er sich alleine ausgesucht hat, umgesetzt. Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Die Babyschühchen, die wir seit dem letztem Jahr als Nähpaket anbieten, gefielen Tim so gut, dass er die Idee hatte sie in seiner Schuhgröße nachzunähen. Für jemanden, der noch nie vor einer Nähmaschine gesessen hatte, eine Herausforderung, denn die Schuhe haben doch schon ein etwas erhöhtes Schwierigkeitslevel –vor allem, wenn man sie aus einem Wildlederimitat mit Fellabseite näht.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Den Schnitt kopierte sich Tim einfach und vergrößerte ihn so, dass die Sohle des Schühchens seine Schuhgröße hatte. Dann schnitt er den Schnitt mit einer Papierschere aus.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Beim Zuschneiden aus Stoff lernte Tim erst mal, was ein Stoffbruch und Fadenlauf ist. Auch das korrekte Stecken von Stecknadeln musste Tim erst mal ausprobieren.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Den Schnitt hatte sich Tim so kopiert, dass er keine Nahtzugaben zugeben musste. So konnte er den Stoff genau an der Papierkante zuschneiden. Dafür benutzte er dann natürlich die Stoffschere.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße An den fertigen Schnittteilen markierte sich Tim mit Schneiderkreide dann noch die vordere und hintere Mitte, damit er die zugeschnittenen Schuhteile später passend aufeinander stecken konnte.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Beim Nähen stellte Tim die Nadel auf die linke Nadelposition und führte den Stoff so am Nähfüßchen entlang, dass die rechte Kante des Nähfüßchens mit der Kante des Stoffes abschließt. So erreichte er eine Nahtzugabe von 1 cm, wie sie im Schnitt vorgesehen war. Bei den ersten Nähten und am Nahtbeginn war Tim noch etwas nervös, denn der Stoff ließ sich etwas schwer unter dem Füßchen führen. Doch mit jedem Zentimeter wurde er mutiger und stellte sogar die Geschwindigkeit der Maschine höher ein, weil ihm das langsame Nähen zu langweilig war. Vor der letzten Naht, um die Sohle an die Schuhteile zu nähen, scheute sich Tim jedoch, da er Angst hatte, den ganzen Schuh damit zu ruinieren. Also half ihm Christine kurzerhand und unterstützte ihn beim Nähen.

Mein erstes Nähprojekt: Babyschühchen in Erwachsenengröße Die fertigen Boots sehen den Babyschühchen recht ähnlich. Leider sehen sie an einem Männerfuß nur nicht so süß aus, wie an Babyfüßchen. Die Proportionen von ausgewachsenen Füßen und Knöcheln sind anders als bei Babys und so eignet sich das Schnittmuster eigentlich nicht für das Vergrößern in eine Männergröße. Tim hat beim Nähen allerdings viel gelernt und mit wenig Hilfe ein komplettes Nähprojekt selbst umgesetzt. Bei weiteren Nähprojekten kennt er jetzt die Funktionen der Nähmaschine, weiß, wie man sie einfädelt, einen Faden aufspult und was man beim Zuschneiden beachten muss.

Große Auswahl an reduzierten Baumwollstoffen – perfekt für Nähanfänger!

Nur für kurze Zeit reduziert: Baumwollstoffe mit Motiven Baumwollstoffe sind ideal für die ersten Nähversuche und bieten tolle Möglichkeiten zur Verarbeitung. Ob du nun als erstes Projekt ein Kissen mit Hotelverschluss oder eine Kosmetiktasche nähen möchtest, mit einem Baumwollstoff wirst du auf jeden Fall Spaß am Nähen bekommen! Die vielfältigen Motive unserer Baumwollstoffe laden dazu ein kreativ zu werden - und im Moment sind viele Motive reduziert! Also schnell stöbern, den Warenkorb füllen und mit dem neuen Hobby loslegen! Vielleicht kennst du ja auch eine Freundin, die du noch vom Nähen überzeugen willst? Dann stell ihr doch ein Stoffpaket zusammen, mit dem sie die ersten Nähversuche unternehmen kann - perfekt als Last-Minute Weihnachtsgeschenk oder auch für Zwischendurch!

Geschenkidee der Woche: Stoffpakete

Die Empfehlung von stoffe.de: Stoffpakete als Geschenkidee Du willst jemanden zu Weihnachten mit einem tollen Geschenk überraschen? Doch du weißt noch nicht genau, was du suchst? Dann lasse dich von unseren Geschenkexperten beraten, denn wir von stoffe.de wissen, was Handarbeitsfans lieben.
Für alle, die noch kein großes Stofflager haben, aber unbedingt verschiedene Materialien kennenlernen wollen, sind unsere Stoffpakete ideal. Du kannst Aussuchen, ob es lieber Deko-, Futter- oder Anzugstoffe sein sollen und bekommst in einem Stoffpaket immer ca. zehn verschiedene Designs an Dekostoffen, drei verschiedene Futterstoffe oder drei verschiedene Qualitäten Anzugstoffe.

Für Nähanfänger und Nähprofis: Passende Nähmaschine bei stoffe.de

Nähmaschinen bei stoffe.de - für Anfänger und Fortgeschrittene Du hast beschlossen "Jetzt fange ich endlich mit dem Nähen an!" und suchst nach einer Nähmaschine, die sich für Einsteiger eignet? Oder du bist mit der Qualität deiner alten Nähmaschine nicht mehr zufrieden und suchst nach einem neuen Modell? Dann schau doch mal, ob bei unseren Nähmaschinenmodellen eine dabei ist, die deine Ansprüche erfüllt. Noch mehr Informationen zu den einzelnen Maschinen findest du in diesem Blogbeitrag. Informier dich gut vor dem Kauf und du wirst jahrelang Spaß am Nähen mit deiner neuen Maschine haben!